18. Juli 2016, 09:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus

Die Deutsche Bank schliesst ein Viertel der Filialen in Deutschland. Nun steht fest, welche Standorte geschlossen werden. Bei der Schließung von Filialen der Deutschen Bank ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten betroffen.

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus

Die Deutsche Bank plant, 188 Filialen in Deutschland zu schließen.

Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen – darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Die Deutsche Bank veröffentlichte am Sonntag im Internet die Liste der betroffenen Standorte, die geschlossen werden – insgesamt sind es 188. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit auch Kosten senken.

Zuvor hatte die “Bild am Sonntag” über die Liste berichtet. Demnach macht das größte deutsche Geldhaus zum Beispiel in Niedersachsen 16 Filialen dicht, in Baden-Württemberg zwölf und in Bayern elf. In Hamburg sind neun Außenstellen betroffen und in Hessen elf, darunter fünf am Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt.

Filialschließungen sind Teil des  Sparkurses

Das Institut hatte bereits im Juni auch im Zuge ihres Sparkurses angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen – die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen. Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing, am Sonntag auf dpa-Anfrage.

Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in “Finanzagenturen” umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen. “Damit bleiben wir also auch auf dem Land für unsere Kunden gut zu erreichen.” Sewing bekräftigte, die Deutsche Bank wolle bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren.

Deutsche Bank will verstärkt auf vermögende Kunden setzen

Außerdem solle es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten. Um trotz des anhaltenden Zinstiefs Erträge zu steigern, will die Deutsche Bank außerdem verstärkt auf vermögende Kunden setzen, wie sie bereits mitgeteilt hatte. In jeder Filiale soll es künftig Beratung zur Vermögensverwaltung geben. Dafür wird die Zahl der Experten in diesem Bereich aufgestockt.

Im Zuge ihres Sparkurses hatte die Deutsche Bank ebenfalls bereits im Juni mitgeteilt, dass knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Betroffen sind unter anderem zudem die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement.

Über den Stellenabbau hinaus zieht sich die Deutsche Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft auch das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Deutsche Bank auch wegen der Anlaufkosten für den Konzernumbau einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen. (dpa-AFX)

Foto: Deutsche Bank

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Reise­ver­trieb der Hanse ­Merkur inter­na­tional weiter gestärkt

Der Verwaltungsrat der HanseMerkur International AG (HMI) mit Sitz in Vaduz hat Fuad Izmirlija – vorbehaltlich der Zustimmung der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht FMA – zum Geschäftsleiter berufen. Der 49-jährige gebürtige Wiener wird seine bisherige Funktion als Country Manager Österreich und Schweiz für die HanseMerkur zusätzlich weiterhin ausüben.

mehr ...

Immobilien

Heizung erneuern: In fünf Schritten zur Austauschprämie

Raus mit der alten Ölheizung! Wer jetzt auf eine neue, klimaschonende Heizung umsteigt, bekommt dank der neuen Austauschprämie bis zu 45 Prozent der Kosten erstattet. Hausbesitzern locken neben dem Zuschuss niedrigere Verbrauchskosten und ein geringerer CO2-Ausstoß. So gelangen Immobilienbesitzer an die Förderung.

mehr ...

Investmentfonds

Deutscher wird Mastercard-Chef – Umsatzwarnung wegen Coronavirus

Ein deutscher Top-Manager wird neuer Vorstandschef beim US-Kreditkartenanbieter Mastercard. Der bisherige Produktvorstand Michael Miebach soll ab März zunächst die Bereiche Verkauf, Marketing, Services und Technologie verantworten und dann ab 1. Januar 2021 den Spitzenposten von Ajay Banga übernehmen. Das teilte Mastercard am Dienstag in Purchase im US-Bundesstaat New York mit.

mehr ...

Berater

DSGVO – weitere Bußgelder in Millionenhöhe?

Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 werden Datenschutzverstöße immer häufiger geahndet. Auch von der Verhängung von Bußgeldern berichten die Medien in den letzten Monaten immer wieder. Häufig handelt es sich dabei um Forderungen gegen große Konzerne wie Facebook und Google. Gilt das auch für weniger bekannte und weniger große Firmen?

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB: Erneuter Exit-Rekord mit Cloud-Software

Der Private-Equity-Dachfonds RWB International II hat mit der Veräußerung der Anteile an dem US-Software-Unternehmen Anaplan durch einen Zielfonds einen Rückfluss von über 13 Millionen US-Dollar erzielt. Das eingesetzte Kapital wurde dabei mindestens verzehnfacht.

mehr ...

Recht

Berlins Bürgermeister für 75-Prozent-Steuer auf Gewinn bei Bodenspekulation

Bodenspekulanten in Deutschland sollen nach Meinung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) drei Viertel ihres Gewinns an den Staat abführen müssen. Müller schloss sich am Montag der Forderung von SPD-Chef Norbert Walter-Borjans nach einer sogenannten Bodenwertzuwachssteuer an.

mehr ...