Die chinesische Gefahr

Insbesondere das Wachstum in den 1990er Jahren ist – auch bei zweistelligen Zuwachsraten – nicht ansatzweise mit den heutigen Werten vergleichbar. Aus den Angaben der Weltbank errechnet sich, dass der Zuwachs in absoluten Zahlen nur 2010 und 2011 größer war als 2015. In allen Jahren vorher und nachher war er niedriger.

Auch die 7,3 Prozent des Jahres 2014 waren absolut gesehen (etwas) weniger als die 6,9 Prozent von 2015. Von einer Abschwächung kann auf Basis der offiziellen Zahlen also eigentlich gar keine Rede sein, von einem Abschwung schon gar nicht.

Finanzmärkte weiterhin fragil

Alles paletti also? Nein. Im Gegenteil: Die schon seit Jahresanfang anhaltenden globalen Börsenturbulenzen – ausgehend von dem Kursrutsch in China – belegen, wie fragil die Finanzmärkte weiterhin sind. Immerhin reagierten die Börsen zunächst positiv auf die Wirtschaftsdaten.

Doch es scheint fast so, als sei die gesamte Weltwirtschaft allein von einem weiterhin ungebremsten Wachstum im Reich der Mitte abhängig. Nicht auszudenken, was passiert, wenn es dort wirklich einmal bergab geht.

Hinzu kommen die Zweifel an den offiziellen Zahlen, die vor allem durch eine geringere Energie- und Rohstoffnachfrage genährt werden. Doch selbst wenn Chinas Wirtschaft in Wirklichkeit 2015 „nur“ um vier oder fünf Prozent gewachsen sein sollte, wäre das eigentlich kein Beinbruch – es sei denn, alle glauben genau das.

Seite 3: Psychologie spielt eine große Rolle

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