22. September 2011, 10:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kontrolleure der Mittelverwendung im Visier der Anleger

Mittelverwendungskontrolleure werden bei der Rückabwicklung geschlossener Fonds verstärkt gerichtlich in Anspruch genommen. Doch handelt es sich dabei um einen überhaupt gangbaren Weg für geschädigte Anleger?

Kelm1 in Kontrolleure der Mittelverwendung im Visier der Anleger

Gastbeitrag: Rechtsanwalt Florian Kelm, Kanzlei Zacher & Partner

Die Einsetzung eines Mittelverwendungskontrolleurs ist regelmäßig Bestandteil der Konzeption von geschlossenen Fonds. Die Kontrolltätigkeit wird häufig von namhaften Wirtschaftsprüfungsgesellschaften übernommen. Dabei wird der Mittelverwendungskontrolleur (MVK) regelmäßig auf Basis eines Mittelverwendungskontrollvertrages tätig, der zwischen Fondsgesellschaft und Mittelverwendungskontrolleur abgeschlossen wird.

Im Kern dient die Mittelverwendungskontrolle dem Schutz vor zweckwidriger Verwendung der Anlegergelder durch die Geschäftsführung des Fonds. Um dies zu erreichen, sehen Mittelverwendungskontrollverträge regelmäßig zahlreiche Voraussetzungen vor, unter denen der MVK die eingesammelten Anlegergelder an den Fonds freigeben darf.

In der praktischen Umsetzung sind auch Mittelverwendungskontrolleure nicht vor Fehlverhalten gefeit. Die ansteigende Zahl von Gerichtsentscheidungen, die sich mit der Haftung von Mittelverwendungskontrolleuren befassen, belegt dies.

Mittelverwendungskontrolleur als potenzieller Haftungsgegner

Ebenso wie etwa Prospektverantwortliche oder Vermittler gehören auch Mittelverwendungskontrolleure zum Kreis potenzieller Haftungsgegner von geschädigten Anlegern. Es geht hierbei auch durchaus nicht um die Suche geschädigter Anleger nach (irgend-)einem noch verbleibenden Instrument zur Rückabwicklung einer unliebsam gewordenen Beteiligung, nachdem man sich womöglich gegen die „üblichen Verdächtigen“ mit dem Vorwurf der Falschberatung et cetera nicht hat durchsetzen können, sondern schlicht um eine ernstzunehmende Haftungsgefahr für den MVK.

Im Unterschied zu den „üblichen Verdächtigen“ bewegt sich ein MVK typischerweise im Hintergrund und hat keinen direkten Kontakt zum Anleger. Wann aber kommt gleichwohl eine Haftung in Betracht? Und kann diese den Anleger zur vollständigen Rückabwicklung des Beteiligungserwerbs berechtigen?

Seite 2: Wann eine Haftung in Betracht kommt

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Erster im Markt: Gothaer bündelt bAV- und bKV-Verwaltung in einem Portal

Um den Verwaltungsaufwand für die betriebliche Vorsorge und Absicherung für Arbeitgeber deutlich zu vereinfachen, bündelt die Gothaer als erster Versicherer die bAV und bKV-Verwaltung für Arbeitgeber in einem gemeinsamen Portal.

mehr ...

Immobilien

Stadtflucht wegen Coronakrise?

Treibt Corona die Deutschen aufs Land? Immerhin haben die Vorteile der Stadt in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Sperrstunden weniger Relevanz. Große Menschenansammlungen sind auf dem Land leichter zu meiden. Doch spiegelt sich diese landläufige Ansicht auch im Suchverhalten und den Nachfragepräferenzen von Immobiliensuchenden wider?

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Konsolidierung mit Kapital und Köpfen

Suchten Makler in der Vergangenheit Anschluss an einen Pool oder wollten zu einem anderen wechseln, lenkten sie den Blick meist auf die Provisionstabellen. Wettbewerb lief vor allem über die Vergütung und Produktpalette. Diese Zeiten sind vorbei. Natürlich spielen beide Kriterien noch eine Rolle, aber die entscheidende Frage lautet: Wie bewältigt der Pool des Vertrauens die Herausforderungen, die wegen der enorm schnellen und einschneidenden technischen Entwicklung entstehen?

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...