17. Februar 2015, 08:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge mit geschlossenen Fonds: Anlageziel entscheidend

Einen ähnlichen Ansatz vorfolgte früher bereits das Oberlandesgericht Frankfurt (zum Beispiel Urteil vom 12.07.2013, Az. 19 U 263/12). Es stellte dabei maßgeblich auf die Langfristigkeit der Kapitalanlage ab sowie den Umstand, dass bei geschlossenen Immobilienfonds aufgrund der Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung regelmäßig Ausschüttungen erfolgen und relativ geringe Schwankungsbreiten zu erwarten sind. Da ohne Hinzutreten besonderer Umstände ein höherer Kapitalverlust nicht zu erwarten sei, wäre ein solcher Fonds als Baustein für eine Altersvorsorge durchaus geeignet.

Dem pflichtet der BGH mit seinem neuen Urteil ausdrücklich bei und widerspricht damit zugleich älteren Entscheidungen anderer Oberlandesgericht, beispielsweise OLG Köln (Urteil vom 23. Dezember 2011, Az. 20 U 167/11).

Die Kölner Richter meinten noch, sollte ein Anleger eine “Verbesserung der Altersvorsorge” angestrebt haben, entspräche die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds per se nicht seinen Anlagezielen, da es sich grundsätzlich um eine spekulative Anlageform handelt.

Eine derart pauschale Herangehensweise ist nach dem Grundsatzurteil des BGH nicht mehr zulässig. Abhängig von Vermögen, übriger Absicherung, persönlicher Situation und Alter des Anlegers können geschlossene Fonds durchaus eine sinnvolle und anzuratende Beimischung des Vorsorgeportfolios darstellen.

Auch Schiffsfonds geeignet

Die Beispiele aus der Rechtsprechung zeigen, dass sich bei der Frage nach der anlegergerechten Beratung zu einer Kapitalanlage für die Altersvorsorge jede pauschale Betrachtung verbietet. Ein geschlossener Fonds kann durchaus zur Altersvorsorge geeignet sein.

Unerheblich davon, ob es sich um einen geschlossenen Immobilienfonds oder einen Schiffsfonds handelt. Denn auch bei einem Schiffsfonds werden durch langfristige Verträge (Chartervertrag) regelmäßige Einnahmen erzielt und  jedenfalls der Sachwert (Schiff) bleibt normalerweise erhalten, woran auch eine Fremdfinanzierung nichts ändert.

Seite fünf: Mündiger Anleger sollte Risiko selber bestimmen

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Gemeinsam gegen Cyber-Crime

Das Euro Cyber Resilience Board für gesamteuropäische Finanzmarktinfrastrukturen (ECRB), eine von der Europäischen Zentralbank (EZB) geleitete Gruppe der größten und bedeutendsten Finanzmarktinfrastrukturen Europas, hat eine Initiative für den Austausch wichtiger Informationen zu Cyberbedrohungen auf den Weg gebracht.

mehr ...

Immobilien

“German Angst” – deutsche Sehnsucht nach Krisen

Trotz positiver Rahmenbedingungen werden düstere Prognosen gepflegt und „German Angst, das Gespenst der Wohnfühlgesellschaft geht um. Dabei gibt es gerade in der Immobilienbranche keinen Grund für Pessimismus – angesichts  eines beispiellosen Wertzuwachs mit Immobilien seit Jahrzehnten. Ein Kommentar von Theodor J. Tantzen, Prinz von Preussen Grundbesitz AG.

mehr ...

Investmentfonds

Zentralbank-Antibiotikum verliert an Wirkung

Die Kapitalmärkte liegen im Schatten des Coronavirus, Die niedrigen Zinsen der Notenbanken können die Lage aber offensichtlich auch nicht mehr kitten. Ein Kommentar von David Wehner, Senior Portfoliomanager bei der Do Investment AG.

mehr ...

Berater

Krankgeschrieben und trotzdem feiern?

Sie sind krankgeschrieben? Ihrem Arbeitgeber liegt der gelbe Schein mit der Aufschrift “Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung” vor? Dann gilt generell: Wer krank ist, hat die Pflicht, sich an die Anweisungen des Arztes zu halten und alles zu unterlassen, was die Genesung verzögern oder gefährden könnte. Doch was genau das für Ihre Freizeitgestaltung am Wochenende bedeutet, erläutern ARAG Experten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Thomas Lloyd startet Solarprojekt in Indien

Der Asset Manager ThomasLloyd gab heute bekannt, dass das Beteiligungsunternehmen des Unternehmens SolarArise India Projects Private Limited („SolarArise“) Jakson Limited den ersten Teil einer Baufreigabe (Notice to Proceed, NTP) für den Baubeginn des neuen 75-MW-Solarkraftwerks in Uttar Pradesh erteilt hat.

mehr ...

Recht

Gericht: Paypal-AGB mit 80 Seiten nicht zu lang

Auch wenn die Geschäftsbedingungen von Paypal ausgedruckt mehr als 80 Seiten lang sind – das macht sie nach einem Gerichtsbeschluss nicht automatisch zu lang und unwirksam. Deutsche Verbraucherschützer erlitten mit der Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln auch in zweiter Instanz einen Rückschlag in ihrem Kampf für überschaubare Nutzungsregeln. (Az. 6 U 184/19)

mehr ...