17. April 2018, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Erbrecht: Sohn enterbt – dennoch Pflichtteil für Enkel

Einem Enkel kann ein Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsanspruch zustehen, wenn der Großvater nur seinen Sohn enterbt und sein Vermögen anderen Erben vererbt.

Gastbeitrag von Bernd Nagel, Rechtsanwalt

Erbrecht: Sohn enterbt – Dennoch Pflichtteil für Enkel

Besteht eine rechtliche Vaterschaft, ist eine biologische Abstammung vom Erblasser nicht von Bedeutung.

Das gesetzliche Erbrecht eines Abkömmlings hängt davon ab, ob dieser rechtlich vom Erblasser abstammt; der Beweis über die rechtliche Abstammung kann durch die Vorlage einer Geburtsurkunde geführt werden.

Der Sachverhalt

Im Oktober 2011 verstarb der damals 72 Jahre Erblasser. Er hinterließ einen Nachlass und eine Lebensversicherung im Wert von zusammen rund 1,85 Millionen Euro. Der Erblasser hatte zwei Söhne. Der Ältere ist kinderlos im Jahre 1990 vorverstorben.

Der Jüngere, heute 53 Jahre alt, ist – der im Prozess vorgelegten Geburtsurkunde zufolge – der Vater des heute 21 Jahre alten Klägers. Beide Söhne hatte der Erblasser testamentarisch enterbt.

Er begründete dies mit deren Rauschgiftsucht und mit einem Hinweis auf begangene Straftaten, unter anderem eine vom jüngeren Sohn gegen ihn verübte Körperverletzung. Zu Erben bestimmte der Erblasser in dem Testament seine damalige Lebensgefährtin sowie seinen Bruder.

Kläger besteht auf Hälfte des Nachlasses

Nach dem Tode des Erblassers teilten die beiden Testamentserben den Nachlass unter sich auf. Im Jahre 2014 machte der Kläger Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche in Höhe von rund 930.000 Euro gegen den Bruder und die Lebensgefährtin des Erblassers geltend.

Hierzu trug er vor, Enkel des Erblassers zu sein, so dass ihm als – allein verbliebenen – gesetzlichen Erben die Hälfte des Nachlasses als Pflichtteil zustehe.

Erben zweifeln an Vaterschaft

Die Erben bestritten unter anderem die Vaterschaft des enterbten Sohnes und trugen vor, dass allein die vom Kläger vorgelegte Geburtsurkunde keinen ausreichenden Nachweis für die Vaterschaft biete.

Außerdem machten sie geltend, dass sie den Nachlass verbraucht beziehungsweise weitergegeben hätten. Im Ergebnis wurden beide dazu verurteilt, an den Kläger auf den ihm zustehenden Pflichtteil nebst Pflichtteilsergänzung insgesamt rund 930.000 Euro zu zahlen.

Die Lebensgefährtin des Erblassers hat ihre erstinstanzliche Verurteilung nicht angefochten. Die Berufung des Bruders vor dem Oberlandgericht (OLG) Hamm hatte keinen Erfolg. Das Urteil ist rechtskräftig.

Seite zwei: Urteil und Gründe

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Wer die Nase im Rennen um die beste Kfz-Versicherung vorne hat

Wer in Deutschland ein Auto fahren will, der muss es auch versichern. Welche Anbieter von Kfz-Versicherungen ihre Kunden besonders zufrieden stellen, hat das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) herausgefunden.

mehr ...

Immobilien

London: Wo Millennials, X-Generation und Babyboomer Wohnimmobilien kaufen

Laut der neuesten Analysen der „Wealth Report Insight Series“ des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank gaben Millennials 2018 insgesamt 3,89 Mrd. Euro (3,47 Mrd. GBP) für den Erwerb von Wohnimmobilien in exklusiven Lagen in Central London aus.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Zurich übernimmt Berliner Insurtech dentolo

Mit dem Erwerb des Berliner Insurtech dentolo stärkt die Zurich Gruppe Deutschland ihren Direktversicherer DA Direkt bei der  strategischen Weiterentwicklung mit dem vorgesehenen Einstieg in das Geschäft mit Zahnzusatzversicherungen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Savills IM erwirbt deutsches Logistikportfolio

Savills IM erwirbt drei Umschlaghallen in Deutschland mit insgesamt run 15.400 qm Mietfläche. Derzeitig ist das Objekt noch vollständige und langfristig an die Deutsche Post Immobilien GmbH vermietet.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...