21. März 2019, 11:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der BFH hat mit dem Urteil eine Vorschrift aus der Zeit der Steuersparmodelle kassiert.

Das Urteil vom 26. April 2018 liegt schon fast ein Jahr zurück, war bisher aber kaum beachtet worden (Az. IV R 33/15). Baker Tilly erörtert in dem aktuellen Newsletter des Unternehmens die Konsequenzen. Demnach können sich vor allem bei Immobilienfonds die Ergebnisse nach Steuern für die Anleger durchaus spürbar verbessern.

Es geht um die Fondsetablierungskosten, also die Initialkosten eines Fonds. Diese konnten bisher nach dem sogenannten „Bauherrenerlass“ aus dem Jahr 2003 nicht in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden, sondern sie mussten “aktiviert” werden. Sie wurden also in der Bilanz (auf deren Aktivseite) wie eine langfristige Investition behandelt und konnten lediglich über die Nutzungsdauer des Objekts sukzessive abgeschrieben werden.

Hohe Verlustzuweisungen schon lange Geschichte

Der Bauherrenerlass war als Reaktion auf „Steuergestaltungen“ mit hohen Verlustzuweisungen entwickelt worden, stammte also aus der Zeit der Steuersparmodelle. Diese sind jedoch schon lange Geschichte – und damit nach Ansicht des BFH auch die Begründung für den Bauherrenerlass.

Nach dem Urteil können die Initialkosten daher bei heutigen Fonds grundsätzlich sofort abgezogen werden, wobei direkte Verlustzuweisungen an die Anleger grundsätzlich nur möglich sind, wenn die steuerlichen Verluste zehn Prozent des eingesetzen Kapitals nicht überschreiten (Paragraf 15b Einkommensteuergesetz). Diese Grenze wird bei geschlossenen Fonds regelmäßig überschritten, vor allem nach Abzug der kompletten Startkosten.

Höhere Verluste können lediglich mit Gewinnen aus der gleichen Quelle, also dem gleichen Fonds, verrechnet werden. Die neue Rechtsprechung ermöglicht aber, dass die Gewinne über einen längeren Zeitraum – bis zur vollständigen Verrechnung der Anfangsverluste – komplett steuerfrei bleiben können.

Seite 2: Auch für Vermietung und Verpachtung

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kussmann wird bei HDI Bereichsvorstand für Firmen und Freie Beruf

Christian Kussmann, Leiter des Geschäftsfeldes Gewerbe bei der Gothaer, wechselt zu HDI. Bei der HDI Versicherung AG übernimmt er als Bereichsvorstand das Geschäftsfeld Firmen/Freie Berufe.

mehr ...

Immobilien

Europace Hauspreis Index (EPX) knackt erstmals 180-Punkte-Marke

Mit 1,23 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vormonat knackt der Gesamtindex des Europace Hauspreises erstmals die 180 Punkte-Marke und landet bei 180,70 Punkten. Dies entspricht einer Steigerung zum Vorjahresmonat um 10,66 Prozent.

mehr ...

Investmentfonds

Versorger als Stabilitätsanker

Das Investmenthaus Clearbridge Investments rechnet mit einer gemächlicheren Erholung der Wirtschaft. „Das Mittel der Wahl bleiben daher Versorger und deren berechenbare Zahlungsströme“, sagen Nick Langley, Shane Hurst, Charles Hamieh und Daniel Chu, Portfoliomanager bei Clearbridge.

mehr ...

Berater

Unterschiedliche Philosophien

Die seit Jahren erwartete Konsolidierung der Maklerpool-Branche scheint langsam Fahrt aufzunehmen. Viele Pools aber tun sich mit Zusammenschlüssen und Kooperationen noch schwer.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fidura Fonds trotzen der Corona-Krise

Das Emissionshaus Fidura Capital Consult GmbH zieht für seine Venture Capital Beteiligungen eine durchweg positive Bilanz für das Jahr 2019 und das erste Halbjahr 2020. Demnach befinden sich die beiden Fidura Portfoliounternehmen weiterhin auf Wachstumskurs und zählen sogar zu den Profiteuren der Corona-Krise. 

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Das dicke Ende kommt mit Sicherheit

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Wachstumseinbrüche im 2.Quartal waren ohne Zweifel dramatisch. Allerdings zeigt sich in den Konjunkturdaten sowie in den nunmehr akribisch verfolgten täglichen und wöchentlichen Echtzeitindikatoren, dass die meisten Länder den Weg aus der Talsohle bereits im Mai wieder eingeschlagen haben. Also alles wieder gut? Ein Kommentar von Stefan Schneider vom Deutsche Bank Research Management.

mehr ...