Wohneigentum: Die rote Laterne

Frank O. Milewski, Chefredakteur Cash. Magazin
Frank O. Milewski, Chefredakteur milewski@cash-online.de

Es ist zwar nur eine statistische Zahl, aber selbst wenn nur die Richtung stimmt, ist das ein enormer Anstieg. Laut Statistischem Bundesamt haben die Wohnimmobilienpreise erneut stark angezogen. Der Häuserpreisindex lag im zweiten Quartal dieses Jahres um 10,9 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals, der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebung in 2000. Zwar meldete ein großer Baufinanzierer jüngst, dass die hohen Preise die Käufer aus den Metropolen in ländliche Regionen flüchten lassen. Aber auch diese Strategie ist offensichtlich kaum erfolgreich. Denn auch hier sagt die aktuelle Statistik: Immobilienkäufer mussten sowohl in den Städten als auch in ländlichen Regionen deutlich mehr zahlen als im zweiten Quartal 2020.  

So richtig gute Nachrichten sind das also nicht für die Deutschen, von denen mehrheitlich viele darüber nachdenken, Eigentum in Form eines Hauses oder Wohnung zu bilden. Sicherlich, die Bauzinsen sind nach wie vor im Keller und die Finanzierungskonditionen günstig. Aber das Bauen selbst und alles was damit zusammenhängt, verteuert sich stetig und frisst die Vorteile niedriger Zinsen oftmals wieder auf. Zudem werden die Themen Energieeffizienz und Klimaneutralität die Kostenintensität nicht reduzieren.

Es ist also hohe Zeit, dass die Politik die Rahmenbedingungen so setzt, dass es wieder mehr Deutschen möglich ist, in die eigenen vier Wände zu ziehen. Schließlich wollen wir Deutsche die rote Laterne in Europa mit Blick auf die Eigentumsquote nicht bis in alle Ewigkeit behalten.

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