Immobilienerwerb: Verschiebung der Käuferschaft im Norden

Leuchtturm mit reetgedeckten Häusern, Hörnum, Sylt, Nordfriesland, Schleswig-Holstein, Deutschland, Europa
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Leuchtturm mit reetgedeckten Häusern in Hörnum auf Sylt. Die Nordeseeinsel ist nicht nur als Urlaubsziel nachgefragt.

Ohne Sorgen den Ruhestand am Meer genießen: Für viele Menschen ist eine Immobilie an der Küste ein langgehegter Wunsch, den sie sich im Rentenalter endlich erfüllen wollen. Dabei stammen Kaufinteressenten immer häufiger aus Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Baden-Württemberg, anstatt direkt aus der jeweiligen Küstenregion.

Für ihren Alterswohnsitz am Meer sind viele Käufer bereit, die Koffer zu packen und ihre bisherige Heimat hinter sich zu lassen. Eine aktuelle Online-Umfrage* des europaweit tätigen Maklerunternehmens von Poll Immobilien (www.von-poll.com) zeigt die derzeitige Entwicklung der Käuferschaft im Norden Deutschlands.

„Wir beobachten momentan eine Verschiebung bei der Käuferschaft im Norden Deutschlands. Immer mehr Kaufinteressenten, die gerade in Rente gehen, kommen aus entfernteren Bundesländern, um ihren Wunsch vom Alterswohnsitz an der Küste zu verwirklichen. Diese Trendbewegung hat sich seit Beginn der Pandemie noch einmal verstärkt“, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei von Poll Immobilien. Diese Entwicklung bestätigt auch die Mehrheit der befragten Immobilienexperten: 79 Prozent von ihnen nehmen eine deutliche Verschiebung der Käuferschaft im Norden wahr. Dagegen beobachten nur 21 Prozent der Befragten keine Bewegung in diesem Bereich.

Bei dem Großteil der befragten Immobilienexperten (42,9 Prozent) liegt der Anteil der einheimischen Immobilienkäufer in der Küstenregion bei ungefähr 60 Prozent. Bei einem Viertel der Befragten sind es hingegen nur um die 20 Prozent. Weitere 17,9 Prozent der Immobilienexperten beobachten einen Anteil von ungefähr 80 Prozent einheimischer Immobilienkäufer, bei 14,3 Prozent sind es um die 40 Prozent.

Mit 53,6 Prozent kommen die meisten Kaufinteressenten an der Küste aus Nordrhein-Westfalen, dicht gefolgt von den Hamburgern mit 50 Prozent. Die südlich gelegenen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg liegen mit 42,9 Prozent beziehungsweise 39,3 Prozent auf Platz drei und vier im Ranking, gefolgt von Hessen mit 32,1 Prozent. Mit lediglich 25 Prozent rangieren Käufer aus Schleswig-Holstein und mit je 17,9 Prozent aus Rheinland-Pfalz beziehungsweise Niedersachsen im Mittelfeld der Auflistung.

Weiter abgeschlagen liegen die Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen mit jeweils 10,7 Prozent sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit jeweils 7,1 Prozent. Die wenigsten Immobilienkäufer kommen aus Thüringen und dem Saarland: Mit nur jeweils 3,6 Prozent sind diese beiden Bundesländer die Schlusslichter im Ranking.

Sebastian Munzig, von Poll Immobilien Büroleiter in Aurich/Ostfriesland, bestätigt: „In Ostfriesland verkaufen wir derzeit fast 80 Prozent unserer Objekte an Interessenten aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und dem Frankfurter Raum. Das sind auch größtenteils die Kunden, die bei uns in der Region Urlaub machen. Wir hatten gerade den Fall, dass eine Familie eine Eigentumswohnung im Umland von Frankfurt am Main für rund 800.000 Euro verkaufen und so bei uns eine wunderschöne Stadtvilla mit 300 Quadratmetern Wohnfläche kaufen konnte.“ Und er ergänzt: „Durch das Wissen um die Verschiebung der Käuferschaft können wir den Suchkundenkreis deutlich erweitern und finden zielgerichtet und schneller einen geeigneten Käufer für Immobilien.“

*Die Online-Umfrage wurde bei von Poll Immobilien unter 232 Immobilienexperten des Unternehmens im Juni 2021 durchgeführt.

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