Anzeige
Anzeige
5. März 2014, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

KAGB-Regulierung: Schöne neue Welt?

Die Auflagen des seit Juli 2013 in Kraft getretenen Kapitalanlage-gesetzbuches (KAGB) halten die Branche weiter in Atem. Nicht überraschend war 2013 zudem das platzierungsschwächste Jahr seit Beginn der Markterhebungen. Wie stellen sich die Emissionshäuser den Herausforderungen?

KVG

Hesse Newman und HEH haben eine gemeinsame KVG gegründet. Zur Geschäftsführung gehören HEH-Geschäftsführer Gunnar Dittmann (links) und Hesse-Newman-Vorstand Marc Drießen.

Die Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) hat eine neue Zeitrechnung in der Beteiligungsbranche eingeläutet. Seit Juli 2013 sehen sich Emissionshäuser mit strengen Zulassungsvoraussetzungen und umfangreichen Informationspflichten gegenüber Aufsichtsbehörden und Anlegern konfrontiert.

Sowohl die Auflage als auch die Verwaltung geschlossener Fonds sind dadurch wesentlich aufwendiger geworden. Initiatoren, die geschlossene Fonds nach dem KAGB auflegen wollen, benötigen jetzt eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG). Der Geschäftsbetrieb einer KVG ist nur mit Erlaubnis der Finanzaufsicht Bafin möglich.

KVG-Gründung: Strenge Voraussetzungen

Die Behörde knüpft die Erlaubniserteilung an strenge Voraussetzungen: So müssen die mindestens zwei Geschäftsführer zuverlässig und fachlich geeignet sein, zudem müssen ausreichende Mittel zum Geschäftsbetrieb nachgewiesen und ein Geschäftsplan samt Organisationsstruktur dargelegt werden.

Voraussetzung sind auch umfangreiche Organisationspflichten wie Risiko- und Liquiditätsmanagement, Compliance und Reporting. Allerdings haben Initiatoren auch die Möglichkeit, die Aufgaben der KVG auszulagern – an eine sogenannte Service-/Master-KVG.

Registrierung überwiegend keine Alternative

Diese kümmert sich um Administration und Risikomanagement, während die Zuständigkeit für Portfoliomanagement und Vertrieb bei den Emissionshäusern verbleibt. Zudem enthält das KAGB eine De-minimes-Regelung: Sie sieht vor, dass Anbieter von Fonds mit einem Gesamtvolumen von unter 100 Millionen Euro von der Zulassungspflicht als KVG befreit sind. Hier genügt eine einfache Registrierung.

Das Problem: Fonds einer lediglich registrierten KVG dürfen laut Bafin nicht durch freie Vermittler vertrieben werden, die über eine Genehmigung nach Paragraf 34 f Gewerbeordnung verfügen, sondern nur über zugelassene Finanzdienstleistungsinstitute. Eine Registrierung ist deshalb für das Gros der Initiatoren keine Alternative.

Eine weitere regulatorische Vorgabe: Die Initiatoren müssen Verwahrstellen für ihre Fonds verpflichten, die unabhängig und im Interesse der Anleger unter anderem die Zahlungsströme der Fondsgesellschaft von der Gründung bis zur Auflösung überwachen.

Neugeschäft fast zum Erliegen gekommen

Wie vielen Initiatoren es gelingen wird, sich unter diesen neuen gesetzlichen Bedingungen am Markt zu behaupten, bleibt abzuwarten. Ihr Großteil war im vergangenen Jahr damit beschäftigt, sich organisatorisch auf die neue Rechtslage einzustellen. Das Neugeschäft kam dabei fast zum Erliegen.

KVG

Vertriebler gehen von deutlichem Aderlass unter den Initiatoren infolge der KAGB-Regulierung aus: Mehr als 50 Prozent der Befragten erwarten nur noch die Hälfte der zuvor aktiven Initiatoren an Markt.

Bisher wurde von der Bafin lediglich der Publity Performance Fonds Nr. 7 der Publity Finanzgruppe zum Vertrieb an Privatanleger zugelassen. Einige Fondshäuser haben indes das Neugeschäft bis auf Weiteres komplett eingestellt.

Seite zwei: Weniger Initiatoren erwartet

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...