20. Januar 2014, 09:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ausblick KAGB – Chancen aber auch Risiken für Vermittler

Das vor rund einem halben Jahr in Kraft getretene Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) fasst die Regelungen für offene und geschlossene Fonds zu Verwaltung und Vertrieb in einem einheitlichen Gesetz zusammen. Vor allem aber hat es die Klassifizierung von Fondsprodukten verändert, womit auch Vermittler von den neuen Regelungen betroffen sind.

Jürgen Evers und Sascha Alexander Stallbaum, Kanzlei Blanke Meier Evers

KAGB

“Die Auswirkungen der neuen Vorgaben sind bislang nur schemenhaft zu erkennen.”

Das KAGB verändert zunächst die Erlaubnisbereiche für die Vermittlung von Finanzanlagen:

Finanzanlagenvermittler

Werden als Anlagen Fonds im Ausnahmebereich des Paragrafen 2 Abs. 6 Satz 1 Nr. 8 KWG vermittelt, ist eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler notwendig. Hierfür gelten die Regelungen der Gewerbeordnung (insbesondere Paragraf 34 f GewO) und der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV).

Investmentvermögen zählen als Vermögensanlage und bedürfen damit einer entsprechenden Erlaubnis nach Paragraf 34 f Abs. 3 GewO. Wer entsprechende Produkte ohne diese Erlaubnis vertreibt begeht eine bußgeldpflichtige Ordnungswidrigkeit.

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG)

Die Erlaubnis hierzu richtet sich nach den Paragrafen 17 ff. KAGB, wobei insbesondere nicht unerhebliche Voraussetzungen in Organisation und Kapitalausstattung zu erfüllen sind. Dennoch kann die Gründung einer externen KVG für größere Vertriebe eine sinnvolle Handlungsoption darstellen. Hierdurch kann der Tätigkeitsbereich der Beratungsleistungen deutlich erweitert werden.

So erlaubt die Zulassung als externe KVG etwa die individuelle Vermögensverwaltung und Anlageberatung, die Finanzportfolioverwaltung (Vermögensverwaltung mit Entscheidungsspielraum, Verwaltung fremder Investmentvermögen) sowie die Anlageberatung und Anlagevermittlung insgesamt.

Finanzdienstleistungsinstitut nach dem Kreditwesengesetz (KWG)

Indem die Finanzdienstleistungsinstitute den Kreditinstituten angenähert sind, haben sich ihre Zulassungsvoraussetzungen als derart anspruchsvoll erwiesen, dass in der Vergangenheit kaum Vertriebe von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben.

Kundentypisierung

Das KAGB unterscheidet zwar nach Privatanlegern, semi-professionellen und professionellen Anlegern. Grundsätzlich dürfen aber die dem KAGB unterfallenden Produkte auch an Privatanleger vermittelt werden.

Besonderheiten sind allerdings zu beachten, wenn der Fonds nicht nach dem Prinzip der Risikomischung investiert. In diesem Fall muss die Anlage eine Mindestinvestition von 20.000 Euro vorsehen, und der Privatanleger muss die Voraussetzungen eines semi-professionellen Anlegers erfüllen. Generell gelten für Privatanleger besondere Informationspflichten und Schutzmechanismen, die im Vertrieb zu beachten sind.

Seite zwei: Auslegungsschreiben der Bafin

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Concordia Versicherungen leiten Vorstandswechsel ein

Bei den Concordia Versicherungen kündigt sich für 2020 ein Führungswechsel an: Nach über 25 Jahren, davon 18 Jahre an der Spitze der Concordia, wird Dr. Heiner Feldhaus zum 29. Februar 2020 die Leitung des Konzerns übergeben und sich in den Ruhestand verabschieden.

mehr ...

Immobilien

Wo Düsseldorf Köln beim Immobilienkauf abhängt – und umgekehrt

Welche rheinische Großstadt liegt beim Immobilienkauf vorne: Düsseldorf oder Köln? Der Baufinanzierer Hüttig & Rompf analysiert in seinem neuen Marktreport „Immobilienfinanzierung Köln / Düsseldorf“ die typischen Käufer in beiden Städten. 
mehr ...

Investmentfonds

Moventum: Defensivere Ausrichtung der Portfolios

Moventum Asset Management richtet seine Portfolios angesichts der steigenden Risiken defensiver aus. Das wurde nach der quartalsweisen Asset-Allokation-Konferenz beschlossen. „Die Weltwirtschaft wächst langsamer, das Risiko einer Rezession hat signifikant zugenommen“, sagt Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM.

mehr ...

Berater

Zinstief drückt Bankgewinne – womöglich Strafzinsen für mehr Kunden

Das Zinstief wird zur Dauerbelastung für Deutschlands Banken und Sparkassen – und könnte bald auch zu Lasten von mehr Kunden gehen. Ein weiterer Rückgang der Gewinne der Institute in den nächsten Jahren sei “sehr wahrscheinlich”, stellten die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank am Montag fest.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

ifo Institut sieht Licht und Schatten im Klimapaket

Das ifo Institut sieht im Klimapaket Licht und Schatten. Die CO2-Bepreisung über Zertifikate sei der richtige Weg. Die Vorgabe von festen CO2-Preisen bis 2025 sei jedoch mit einem funktionierenden Zertifikatesystem unvereinbar. Ein Kommentar von Clemens Füst, Präsident des ifo Instituts.

mehr ...