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24. August 2015, 09:15
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AIF-Vertrieb: Warum nur sträuben Banken sich noch immer?

Viele Banken lehnen den Vertrieb geschlossener AIF weiterhin ab. Das ist nicht nur unverständlich, sondern womöglich auch ein ziemliches Risiko für die Geldhäuser.

Der Löwer-Kommentar

Stefan-loewer1 in AIF-Vertrieb: Warum nur sträuben Banken sich noch immer?

„Gerade durch ihr grundsätzliches ‚Nein‘ zu AIF könnten Banken in eine neue Haftungsfalle tappen: Sie müssen sich vielleicht in einigen Jahren dafür rechtfertigen, die voll regulierten Sachwertanlagen nicht angeboten zu haben.“

Nicht wenige Banken scheren alternative Investmentfonds (AIF) noch immer über einen Kamm mit den ehemaligen geschlossenen Fonds. Sie haben die Regulierung noch überhaupt nicht verstanden und lehnen den Vertrieb von geschlossenen AIF aus reiner Unkenntnis und aufgrund von Vorurteilen ab.

Das berichtete unlängst ein AIF-Initiator im Hintergrundgespräch über den noch immer schleppenden Vertrieb in weiten Teilen der Branche.

Seine Gesprächspartner würden die hohen gesetzlichen Anforderungen an die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und die Fonds oft nicht ansatzweise kennen, so der Manager. Einigen sei sogar neu, dass AIF überhaupt in dem gleichen Rahmen und auf dem gleichen Niveau reguliert und von der Bafin kontrolliert werden wie klassische Investment- oder offene Immobilienfonds.

Nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Das sollen die Banker auch zwei Jahre nach Inkrafttreten des KAGB nicht wissen? Sind ausgerechnet die Geldhäuser noch immer nicht im regulierten Markt angekommen? Das wäre kaum zu glauben.

Fakt jedoch ist, dass vor allem viele der einst so starken Volksbanken und Sparkassen weiterhin auf geschlossene AIF verzichten. Und Statements aus zwei aktuellen Cash.-Interviews sprechen dafür, dass einige der Banker die AIF tatsächlich nur für alten Wein in neuen Schläuchen halten.

So sagte die Leiterin des Vermögensmanagements der Hamburger Volksbank, Jutta von Bargen, im Juli 2015 gegenüber dem Magazin: „Sachwertanlagen in Form geschlossener Beteiligungen bieten wir seit einigen Jahren nicht mehr an, weil sie uns im Ergebnis nicht mehr überzeugt haben. Wir haben zudem festgestellt, dass es hier keine Nachfrage seitens unserer Kunden gibt.“

Seite zwei: Geschlossene Fonds und AIF in einem Topf

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3 Kommentare

  1. Sehr guter Kommentar, lieber Herr Löwer. Sie bringen es auf den Punkt. Wir machen im Vertrieb die gleichen Erfahrungen der Unkenntnis.

    Kommentar von Gerd Johannsen — 26. August 2015 @ 15:01

  2. Die Banken handeln absolut rational: Entwickelt sich ein AIF nicht so wie erhofft oder angenommen, verklagt der Kunde einfach seinen Berater, weil kein Kunde heutzutage mehr bereit ist, die Verantwortung für seine eigene Entscheidung zu übernehmen. Das Problem mit AIFs ist, dass selbst, wenn eine negative Entwicklung der relevanten Rahmenbedingungen frühzeitig erkennbar und auch vom Fondsmanagment korrekt kommuniziert wird, hat der Kunde keine Reaktionsmöglichkeit. Er muß hoffen, dass “die Delle” bis zum Ende der Laufzeit ausgebügelt werden kann, gesetzt der Fall, die finanzierenden Banken sind milde gestimmt.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 26. August 2015 @ 10:44

  3. Warum prüft die BaFin diese Produkte nicht vorab und übernimmt die Haftung, wenn sie doch so risikolos sind??

    Kommentar von H. Braun — 25. August 2015 @ 08:20

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