Mit Schiffen wird viel Geld verdient – nur nicht in Deutschland

Die Schifffahrtsbranche in Deutschland ist mit der Vergangenheit beschäftigt. Andere hingegen nutzen die Chancen der Zukunft.

Der Löwer-Kommentar

„Vergangene Verluste bedeuten nicht, dass künftig in einer Branche kein Geld zu verdienen ist.“

Die Chartermärkte für Containerschiffe und Massengutfrachter (Bulker) liegen weiterhin am Boden. In den vergangenen Monaten hat sich die Situation nach einer kurzen Erholungsphase sogar nochmals dramatisch verschlechtert. Nur Tanker erzielen auskömmliche Raten.

Eine Besserung ist nicht in Sicht: Die Orderbücher sind weiterhin voll, immer neue Frachter drängen auf den Markt, China wächst langsamer. Die Banken denken in erster Linie an sich selbst, und die Pleitewelle bei Schiffsfonds wird weitergehen. Auch im siebten Jahr ist die Krise noch längst nicht ausgestanden.

Das war der eine, höchst unerfreuliche Teil der Erkenntnisse des Hansa Forums“ der Zeitschrift „Hansa“ in der vergangenen Woche in Hamburg. Der andere Teil: Mit Schiffen wird viel Geld verdient – außerhalb Deutschlands.

„Maritime Cluster“ in New York und Oslo

So berichtete Kevin Kennedy von MC-Seamax Management aus den USA von einem sprunghaften Anstieg der Aktivitäten von Private-Equity-Fonds seit 2008. Sie haben seitdem nicht weniger als 25 Milliarden Dollar in der Schifffahrts-Branche investiert, bei angestrebten und vielfach wohl auch erzielten Renditen um die 15 Prozent jährlich.

Die Ocean Yield ASA aus Norwegen kommt mit dem Markt ebenfalls gut klar. Sie erwirtschaftet nach den von CEO Lars Solbakken vorgestellten Zahlen mit der Finanzierung von Schiffen und Reedereien stabile Überschüsse und eine kontinuierliche Dividendenrendite von zuletzt 7,7 Prozent pro Jahr.

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Und Erik Helberg, Chef der Investment-Bank Clarksons Platou Securities, plauderte fröhlich über allerlei erfolgreiche maritime Börsengänge (IPOs) in Oslo und New York. In beiden Städten gebe es leistungsfähige „Maritime Cluster“, also die Ballung von Schifffahrtsunternehmen, Finanzierern, spezialisierten Dienstleistern und Research-Unternehmen, so Helberg.

 

Seite zwei: Die Lücke füllen andere

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