20. Juli 2015, 08:02
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Zwei Jahre KAGB: Nach der Pflicht kommt nun die Kür

Bleiben noch die unsäglichen „bis zu“-Kostenklauseln, mit denen sich die KVGen nach Gusto bedienen können und die auch Analysten vor Herausforderungen stellen: Glauben wir an das Gute im Initiator und vertrauen seinen Beteuerungen, dass er sich nur angemessene Vergütungen überweisen wird? Oder bewerten wir nur die vertraglichen Maximalsätze?

Letzteres hätte zum Teil ziemlich verheerende G.U.B.-Urteile zur Folge. Bisher hat sich das Analysehaus diesbezüglich für einen Mittelweg entschieden, aber das kann sich ändern.

Eine recht gute und einfache Lösung hat sich hier Dr. Peters ausgedacht: Auch in diesem Fall enthalten die Anlagebedingungen zwar eine exorbitant hohe „bis zu“-Regelung als Prozentsatz des Nettoinventarwerts. In dem betreffenden Dienstleistungsvertrag ist die Vergütung jedoch auf eine angemessene absolute Summe begrenzt. Diese Konstruktion hat bislang wenig Nachahmer gefunden. Doch auch dabei muss es ja nicht bleiben.

Talsohle spürbar durchschritten

Festzuhalten bleibt: Zwei Jahre nach Einführung des KAGB hat die Branche ihre Krise noch längst nicht überwunden. Doch die Talsohle ist spürbar durchschritten, fast alle vormaligen Initiatoren mit Marktbedeutung haben den Schritt in die regulierte Welt vollzogen und die Anzahl – aber auch die Vielfalt – an neuen Fonds nimmt seit Anfang Juni wieder kontinuierlich zu.

Die wesentlichen Knackpunkte im Umgang mit der Bafin sind mittlerweile geklärt. Zweit- und drittklassige Anbieter wurden überwiegend ausgesiebt und vor allem die Einbindung von Verwahrstellen sowie externen Bewertern kann das Vertrauen der Anleger wieder herstellen.

Ansonsten spielt die Bafin bei der Qualität der Konzepte und der Prospekte keine große Rolle, jedenfalls keine positive. In der Branche scheint sich mehr und mehr die Erkenntnis durchzusetzen, dass sie diese Punkte wieder selbst in Hand nehmen muss und sie hat begonnen, Lösungen zu entwickeln.

Wenn dann noch Vertriebe und KVGen an einem Strang ziehen, wird auch das Platzierungsvolumen wieder kräftig zulegen. Und vielleicht sieht das Fazit nach drei, vier oder fünf Jahren KAGB dann ganz anders aus als heute: Die Regulierung war ein Segen für Anbieter, Vertriebe und Anleger.

Stefan Löwer ist Chefanalyst von G.U.B. Analyse und beobachtet den Markt der Sachwertanlagen als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst insgesamt schon seit mehr als 20 Jahren. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

Foto: Anna Mutter

 

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