23. Januar 2017, 12:53
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Schifffahrtskrise: Eine ganz bittere Pille

Die Insolvenz des Reeders und einstigen Vorzeige-Initiators Hermann Ebel ist nicht nur für die Branche der Schiffsbeteiligungen ein weiterer Tiefschlag. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer in Schifffahrtskrise: Eine ganz bittere Pille

“Die Insolvenz belegt, wie sehr dramatische und andauernde Marktveränderungen an die Substanz auch der renommiertesten Anbieter gehen können.“

Ursprünglich sollte dieser Kommentar von dem positiven Impuls handeln, der von der neuen Möglichkeit der Online-Zeichnung bei Efonds und Patrizia Grundinvest für die Branche der Sachwertanlagen ausgeht. Von modernen Websites und von dem Optimismus, den Alexander Betz und Andreas Heibrock, also die Chefs der beiden Unternehmen, damit nicht nur verbreiten, sondern auch leben.

Doch es kam anders. Eine Hiobsbotschaft überschattete den Start der neuen Online-Ära: Ende letzter Woche wurde bekannt, dass Hermann Ebel, unter anderem Gründer und Chef des Hamburger Emissionshauses Hansa Treuhand, am 17. Januar als eingetragener Kaufmann (e.K.) beim Amtsgericht Bremen ein persönliches Plan-Insolvenzverfahren in die Wege geleitet hat.

Persönliche Bürgschaften

Grund für den Schritt sind neben der andauernden Schifffahrtskrise nach Medienberichten Verbindlichkeiten gegenüber asiatischen Werften, für die Ebel persönliche Bürgschaften übernommen hatte, die ihn nun überforderten.

Ausgerechnet Ebel: Über Jahrzehnte galt er mit seiner 1983 gegründeten Hansa Treuhand als Vorzeige-Initiator, war erfolgreich wie kaum ein anderer. Die Leistungsbilanzen seiner Schiffsfonds wiesen stets überdurchschnittliche Ergebnisse aus – bis weit über den Beginn der Schifffahrtskrise im Jahr 2008 hinaus. Daneben betrieb er unter anderem eine eigene Flotte, eine Reederei, einen Kreuzfahrtbereich.

Ebel selbst: Stets korrekt und verlässlich – der personifizierte hanseatische Kaufmann. Weit über Schifffahrtskreise hinaus hoch angesehen in der Hansestadt, auch wegen seines gesellschaftlichen und kulturellen Engagements unter anderem als Mäzen sowie Vorstand der Stiftung Hamburgische Staatsoper und Mitglied des Rats der Hochschule für Musik und Theater.

Seite 2: Folgen für die Fonds

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2 Kommentare

  1. #Christian Mayr
    Vielen Dank für Ihre Hinweise. Ich habe gerade deshalb auf die genannten Berichte Bezug genommen, weil ich den Sachverhalt nicht selbst recherchiert habe. In der Tat gibt es aber daneben zum Teil auch abweichende Angaben/Berichte. Ich habe den Text entsprechend angepasst.
    Stefan Löwer

    Kommentar von Stefan Löwer — 23. Januar 2017 @ 17:43

  2. Wie kommt Herr Löwer darauf zu behaupten, dass “die verbliebenen Schiffsfonds Berichten zufolge mittlerweile ohnehin insolvent sind”?
    Es gibt zumindest noch ein paar Tanker, die nicht insolvent sind, und sogar für letztes Jahr Ausschüttungen bezahlt haben!
    Und vermutlich gibt es auch unter den Containerschiffen welche, die noch nicht insolvent sind.
    Bitte etwas genauer recherchieren, vor man solche Behauptungen aufstellt!

    Kommentar von Christian Mayr — 23. Januar 2017 @ 16:06

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