18. April 2017, 13:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schiffsmärkte 2017: Silberstreif trotz “Negativ-Rekorde”?

Die Schifffahrtsmärkte bleiben spannend. Auf den Containermärkten ist der Umschlag in 2015 und 2016 unterproportional zur Weltwirtschaftsleistung gewachsen. Die Entwicklung des vergangenen Jahres und die Perspektiven der Hauptschifffahrtsmärkte 2017.

Gastbeitrag von Michael Tasto, Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik

Schiffsmärkte

Auf den Zeitchartermärkten für Containerfrachter der marktgängigen Größen hat das hohe Flottenwachstum des Jahres 2015 deutliche Spuren hinterlassen.

Auf den Containerschifffahrtsmärkten waren im Jahr 2016 eine ganze Reihe von “Negativ-Rekorden” zu beobachten, die allesamt charakteristisch für die Talsohle eines Schifffahrtszyklus sind: Das Abbruchvolumen erreichte einen neuen Rekord, es wurde das bislang jüngste Containerschiff zum Abbruch verkauft und die TEU-Kapazität der inaktiven Einheiten schoss auf einen neuen Höchststand.

Stillstand ist Katastrophe

Ein Blick auf den RWI/ISL-Index verdeutlicht, wie sich der weltweite Containerumschlag in den letzten Jahren entwickelt hat. Für eine Branche, die sich bis zum Herbst 2008 nahezu auf ein zweistelliges jährliches Nachfragewachstum verlassen konnte, war das schwache Wachstum der Jahre 2012 bis 2014 bereits enttäuschend und der Stillstand der Jahre 2015 und 2016 eine Katastrophe.

Umso mehr, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Angebotsseite, also die Kapazität der Vollcontainerschiffe im Jahr 2015 um 8,4 Prozent angestiegen ist.

Nach einer Erklärung für die schwache Welthandelsentwicklung suchte Ende 2016 auch der Internationale Währungsfonds. Hier wurde beobachtet, dass in 2015 und 2016 der Welthandel unterproportional zur Entwicklung der Weltwirtschaftsleistung angestiegen ist.

Zunahme protektionistischer Tendenzen

Mit Sorge beobachtet der IWF dabei eine globale Zunahme protektionistischer Tendenzen und geht davon aus, dass der größte Teil der Wachstumsschwäche auf die langsame Konjunktur und die reduzierte Investitionstätigkeit zurückzuführen ist.

Auf den Zeitchartermärkten für Containerfrachter der marktgängigen Größen hat das hohe Flottenwachstum des Jahres 2015, das auf ein marginales Umschlagwachstum traf (gemäß ISL Schätzung ist der weltweite Containerumschlag im Jahr 2015 um lediglich 0,4 Prozent gestiegen), deutliche Spuren hinterlassen.

Seite zwei: “Ältere” Panamax-Typen als Verlierer


Mehr zum Thema:

Schiffsfonds: Berater haftet nicht für fehlenden Lerneffekt bei Anleger

Hapag-Lloyd hofft auf Ende der Schifffahrtskrise

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nachbearbeitungspflichten: Burnout des Vertreters schränkt Wahlrecht nicht ein!

Das OLG Köln hat kürzlich darüber entschieden, ob der Vertreter Provisionen auch dann zurückzuzahlen hat, wenn er aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Nachbearbeitung vorgenommen hat. Ein Gastbeitrag von Jürgen Evers, EversRechtsanwälte für Vertriebsrecht .

mehr ...

Immobilien

EU-Kriterienkatalog: Green Finance für Immobilien

Der Kampf um die Pariser Klimaziele geht in eine neue Runde. Lange wurde er erwartet, jetzt ist er endlich da – der Kriterienkatalog der EU, der  Investoren und Finanzierern Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Investments geben soll.

mehr ...

Investmentfonds

Noch mehr geldpolitischer Dampf gegen neue Deflationssorgen

Deflation bedeutet einen anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen. Wenn Unternehmen und Konsumenten ihre Portemonnaies zunageln, weil es morgen noch billiger wird, ist das Tor für Wirtschaftskrisen und soziale Probleme weit geöffnet. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

So erreichen Sie jeden Kunden

Wo informieren sich Konsumenten über Produkte und Dienstleistungen? Für 59 Prozent der volljährigen Verbraucher in Deutschland sind Onlinemedien im Web 1.0 die meistgenutzte Quelle für solche Produktinfos, für 22 Prozent hingegen traditionelle Medien wie Zeitungen und Fernsehen. Welcher Kanal und welcher Stil im Einzelfall die richtige Wahl für eine erfolgreiche Kundenansprache ist, hängt von der jeweiligen Zielgruppe ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...