23. April 2018, 08:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

P&R: War es wirklich eine Sachwertanlage?

Der erste Bericht der Insolvenzverwalter der drei insolventen Unternehmen der P&R-Gruppe wirft einige grundlegende Fragen auf. Der Löwer-Kommentar

Loewer-003-Cash-Format in P&R: War es wirklich eine Sachwertanlage?

„Einen großen Unterschied zwischen Anlegern und (weiteren) Gläubigern machen die Insolvenzverwalter offenbar nicht.“

In der vergangenen Woche informierten die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der drei insolventen Unternehmen des Container-Anbieters P&R in einer ausführlichen Pressemitteilung erstmals über den Fortgang der Insolvenzverfahren. Daraus geht unter anderem hervor, dass den wenigsten Anlegern konkrete Containereinheiten persönlich zugeordnet wurden.

Dass weniger als zehn Prozent der Anleger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich den Erwerb und damit die einzelnen Containernummern über ein Zertifikat bestätigen zu lassen, war bereits bekannt. Doch auch intern wurden ihnen bei den drei insolventen Gesellschaften keine bestimmten Containernummern zugeordnet, so der Bericht der Insolvenzverwalter.

Auch Mieteinnahmen ließen sich demnach in den allermeisten Fällen den Anlegern nicht konkret zuordnen. Das lässt Raum für Spekulationen, ob Anzahl und Art der vorhandenen Container überhaupt (noch) dem Bestand entsprechen, der den Anlegern eigentlich gehören müsste.

Verkäufe, um Mieten zu zahlen

Jedenfalls lässt die Mitteilung der Insolvenzverwalter diese Frage offen, und nach ihren Ausführungen wurden trotz fallender Weltmarktpreise insbesondere in den Jahren 2016 und 2017 Container verkauft, „um die Mieten zu zahlen und Rückkäufe zu tätigen, mithin die hohen Rückzahlungen in diesen Jahren an die Anleger darzustellen“.

Container zu verkaufen, um die Rückkäufe zu refinanzieren, gehörte zum P&R-Modell. Aber zur Finanzierung der laufenden Mieten? Wenn heute Container zu diesem Zweck verkauft werden, fehlen sie halt morgen, um die versprochenen Mieten zu erwirtschaften und den Rückkauf zu decken. Ein solches System wäre über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.

Nun ist bekannt, dass die Differenz zwischen Marktpreis und Anleger-Kaufpreis, die vielfach als zu hoch kritisiert wurde, nicht nur die Emissionskosten decken sollte. Vielmehr baute P&R damit zum Ausgleich von Marktschwankungen auch einen eigenen Reserve-Containerbestand auf.

Seite 2: Verkauf nur aus Reservebestand?

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kfz-Versicherung: Preiswettbewerb zeigt sich auch bei Kosten für Werbung bei Google

Der Preiskampf der Kfz-Versicherer zur Wechselsaison macht sich bereits bemerkbar: Verbraucher zahlen aktuell im Schnitt 301 Euro für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Das sind 13 Prozent weniger als im August (346 Euro). Wo sich der Preiswettbewerb noch zeigt.

mehr ...

Immobilien

Immobilie geerbt? Freibeträge senken die Erbschaftssteuer

In Deutschland sind Erben verpflichtet, eine hohe Erbschaftssteuer zu zahlen. McMakler erklärt, welche Freibeträge existieren und wie Erben sie geschickt nutzen.

mehr ...

Investmentfonds

Asset Management: Diese Trends bestimmen die Zukunft

Sechs Trends und vier Geschäftsmodelle werden die Asset-Management-Industrie weltweit im nächsten Jahrzehnt entscheidend beeinflussen. Welche das sind, sagt Thilo Wolf, Deutschland-Chef von BNY Mellon Investment Management.

mehr ...

Berater

Branchendienst “Fondstelegramm” wird eingestellt

Der in erster Linie auf Sachwertanlagen fokussierte Branchendienst “Fondstelegramm” wurde von dem Verlag “Fonds professionell” (FP) übernommen und wird nach zwölf Jahren eingestellt. Der Gründer und Chefredakteur Tilman Welther wechselt zu FP.

mehr ...

Sachwertanlagen

DNL Real Invest: Klarstellung zu TSO-DNL Vermögensanlagen

Die DNL Real Invest AG aus Düsseldorf stellt gegenüber ihren Vertriebspartnern klar, dass sie in den von ihr vertriebenen TSO-DNL Vermögensanlagen weiterhin Partner des Initiators TSO Europe Funds bleibt. Die gestrige Mitteilung zu einer neuen TSO-Emission ohne DNL hatte offenbar für Missverständnisse gesorgt.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...