10. April 2018, 13:17
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Schweigen zu neuem WP-Standard für Vermögensanlagen

Über Ostern ist die Frist des Instuts der Wirtschaftsprüfer (IDW) für Änderungs- und Ergänzungsvorschläge zu dem Entwurf für einen neuen Standard zur Prüfung der Prospekte von Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz abgelaufen. Er wird wohl unverändert bleiben.

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Der IDW-Standard bezieht sich nur auf die gesetzlich vorgeschriebenen Unterlagen (Symbolbild).

Der Entwurf eines IDW-Standards “Grundsätze ordnungsmäßiger Begutachtung der gesetzlichen Verkaufsunterlagen über öffentlich angebotene Vermögensanlagen nach dem Vermögensanlagengesetz (IDW ES 14)” war im November 2017 zur Diskussion gestellt worden. Bis Ende März lief die Frist für Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge, die – sofern die Verfasser dies nicht ausdrücklich abgelehnt haben – auf der Website des Instituts veröffentlicht werden sollten.

Solche Stellungnahmen, die sonst üblicherweise von Verbänden oder auch einzelnen Unternehmen der betreffenden Branche abgegeben werden, finden sich dort bis heute nicht. “Zum IDW ES 14 sind bei uns keinerlei Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge eingegangen”, bestätigt das IDW auf Nachfrage.

Demnach sind auch keine Stellungnahmen abgegeben worden, deren Veröffentlichung die Verfasser abgeleht haben. Der neue Prüfstandard, der dann IDW S 14 heißt, wird also veraussichtlich weitgehend unverändert verabschiedet werden.

Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Klarheit

Dem Entwurf zufolge prüfen und beurteilen die Wirtschaftsprüfer (WP) künftig nach einem entsprechenden Auftrag die “Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Klarheit (Eindeutigkeit)” des Verkaufsprospekts und/oder des dreiseitigen Vermögensanlageninformationsblatts (VIB).

Dazu zählt, ob die Angaben inhaltlich richtig sind, Annahmen nachvollziehbar ableitet wurden und Annahmen und Schätzungen vertretbar sind. Zudem muss der WP unter anderem prüfen, ob Folgerungen schlüssig, Prognoseprämissen vertretbar und die Berechnungen rechnerisch richtig und nachvollziehbar abgeleitet sind.

Nicht Gegenstand der Prüfung sind unter anderem die inhaltliche Vollständigkeit des Prospekts und eine Aussage zum wirtschaftlichen Erfolg. Der Prüfstandard bezieht sich ausdrücklich nur auf die gesetzlich vorgeschriebenen Unterlagen, also nicht auf ergänzendes Matrial wie etwa die nicht selten sehr umfangreichen “Kurzexposés”.

Seite 2: “Vollständiger Haftungsausschluss”

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3 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Prof. Bockholt,

    ergänzend zu Herrn Löwers Ausführungen: Diese WP-Gutachten sind zuallererst zum Schutz des Treuhänders gedacht – der Anlegerschutz ist da eher ein Nebeneffekt.

    Als Vermittler darf ich niemandem auch nur von der Existenz so eines Gutachtens erzählen, geschweige denn aus dem Inhalt berichten. Sie haben aber eine saubere Möglichkeit, an diese Gutachten zu kommen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an mich.

    Herzliche Grüße aus Schlüsselfeld…..Ralf Ott, Ralf Ott GmbH

    Kommentar von Ralf Ott — 12. April 2018 @ 11:01

  2. Sehr geehrter Herr Prof. Bockholt,
    ganz unjuristisch: Sie sehen das richtig.
    Viele Grüße
    Stefan Löwer

    Kommentar von Stefan Löwer — 11. April 2018 @ 17:05

  3. Verstehe ich den Artikel so richtig, dass der Anleger bei AIFs nicht das Gutachten des WP kennenlernen darf? Das heißt, er kauf die Katze im Sack? Ich würde mich über eine korrekte juristische Stellungnahme sehr freuen.

    Kommentar von Prof. Heinrich Bockholt — 11. April 2018 @ 16:38

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