Anzeige
18. Mai 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BCA: LV-Umsatz eingebrochen

Nachdem die Bundesregierung das Steuerprivileg für Lebensversicherungen gekippt hat, brachen der Umsatz und damit die Provisionen der Vermittler ein. Eine Studie des Maklerpools BCA, Bad Homburg, ergab, dass mehr als die Hälfte der Befragten Umsatzrückgänge von 50 Prozent und mehr verkraften mussten. Bei knapp einem Drittel waren es sogar fast 100 Prozent ? das heißt, Lebensversicherungen haben keinen Umsatz gebracht.

Besonders aussagekräftig werden die Zahlen, wenn sie mit den Ergebnissen der Studie von Mitte letztem Jahr verglichen werden. Damals hatte lediglich ein Viertel aller Befragten befürchtet, die Hälfte des Umsatzes im LV-Bereich zu verlieren, einen Totalausfall hatte niemand erwartet. Die aktuelle Entwicklung schlägt sich unmittelbar auf den Anteil durch, den Provisionseinnahmen aus Lebensversicherung am Gesamtumsatz eines Vermittlers haben.

Lag vor einem Jahr dieser Anteil für ein Viertel der Befragten bei 30 bis 50 Prozent, für ein weiteres Viertel bei 15 bis 30 Prozent und für ein weiteres Viertel bei weniger als 15 Prozent, so antworten jetzt über 60 Prozent der Befragten, dass Provisionen aus Lebensversicherungen weniger als 15 Prozent ihres Gesamteinkommens ausmachen.

Nur für neun Prozent der Vermittler haben diese Provisionen noch einen Anteil von 30 bis 50 Prozent an den Gesamteinnahmen. Um den Umsatzrückgängen entgegen zu wirken, haben die meisten befragten Vermittler in den ersten drei Monaten dieses Jahres verstärkt Produkte für die betriebliche Altersvorsorge (43,3 Prozent der Befragten) und offene Investmentfonds (63,7 Prozent der Befragten) vertrieben.

Die Riester- und Rürup-Rente dagegen dienten nur jeweils rund 20 Prozent der Vermittler als Gegenmittel. Nun drohen ebenfalls Umsatzeinbußen beim Vertrieb der geschlossenen Fonds, da die Verluste aus Beteiligungen nicht mehr in der bisher gewohnten Form den Anlegern zugewiesen werden können (cash-online berichtete).

Immerhin 30 Prozent der Befragten hatten angegeben, Beteiligungen im ersten Quartal 2005 aktiv vertrieben zu haben, gar 35 Prozent der Umfrageteilnehmer waren überzeugt, dass diese Produkte langfristiges Wachstumspotenzial haben. “Wegen des massiven Vorziehens von Geschäft in das Jahr 2004 sollte man aus diesen Zahlen sicherlich keine übereilten Schlussfolgerungen ableiten?, mahnt BCA-Vorstand Ferdinand Haas zur Vorsicht. ?Wenn sich aber das Ausmaß des Provisionseinbruches nur annähernd bestätigen sollte, dann wird das dramatische Folgen für Produktanbieter und Vermittler haben. Viele Vermittler wären kaum in der Lage, den sich abzeichnenden gleichzeitigen Umsatzeinbruch bei Lebensversicherungen und geschlossenen Fonds durch eine Ausweitung des Investmentgeschäftes zu kompensieren.?

Genau dort, in der Vermittlung offener Investmentfonds sehen freie Finanzdienstleister das meiste Potenzial für Umsatzwachstum; fast 65 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht. Keinen klaren Trend gibt es im Hinblick auf vordiskontierte Sparpläne, die 45 Prozent der Befragten für interessant halten; 39 Prozent finden sie uninteressant, 16 Prozent haben keine Meinung dazu und nur ein gutes Viertel der Befragten glaubt, dass vordiskontierte Sparpläne ein langfristiges Umsatzpotenzial haben.

Laut Studie fühlen sich viele Vermittler immer noch nicht optimal von den Produktanbietern über die seit Anfang 2005 geltenden Neuerungen, wie zum Beispiel das Alterseinkünftegesetz informiert. Zwar beurteilen mittlerweile knapp 36 Prozent der Befragten die Informationspolitik als gut, aber genauso viele halten sie für mittelmäßig, 20 Prozent sogar für unzureichend.

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

LSE-Chef Xavier Rolet verlässt Londoner Börse

Die London Stock Exchange (LSE) verliert Ende 2018 ihren Vorstandsvorsitzenden Xavier Rolet. Der Franzose wollte das Unternehmen bereits nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse verlassen. Rolet schaffte es, den Wert der LSE während seiner Amtszeit zu vervielfachen.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...