BMF will Versicherungsmänteln einen Riegel vorschieben

Das Bundesfinanzministerium (BMF) plant offensichtlich, steuerliche Vorzüge sogenannter Versicherungsmäntel, die meist aus Liechtenstein, Luxemburg oder der Schweiz angeboten werden, abzuschaffen. Das geht aus einem internen Papier des BMF hervor, das cash-online vorliegt.

Bei den ?Mänteln? handelt es sich um Policen, in denen ein Anlagedepot in einen Versicherungsvertrag eingebracht wird. Diese Verträge ermöglichen ?eine vom Kunden getrennte, individuelle Vermögensverwaltung?, so das Ministerium. Auch bereits existierende Depots können als Einmalprämie in die Versicherung eingebracht werden, um so der Abgeltungssteuer zu entgehen.

Konkret beabsichtigt das Ministerium, die Kapitalanlage der Versicherungsmäntel getrennt von der Risikolebensversicherung zu betrachten und dafür eine laufende Besteuerung der Erträge vorzunehmen. Davon sollen auch bereits abgeschlossenen Verträge betroffen sein.

Faktisch würde eine solche Regelung das Aus für derartige Policen bedeuten, denn ihr maßgeblicher Vorzug ? der Steuervorteil ? wäre dahin. Besitzer von Versicherungsmänteln müssten sich auf nicht unerhebliche Steuernachzahlungen einstellen, sollte sich das BMF durchsetzen.

Versicherungswirtschaft zeigt Verständnis

Insbesondere die Rückwirkung wird vom Arbeitgeberverband der finanzdienstleistenden Wirtschaft (AfW), Berlin, in einer ersten Stellungnahme kritisiert. Dies sei in keiner Weise vorstellbar, heißt es. Generell begrüßt der Verband jedoch die Bemühungen des BMF, eine Abgrenzung zwischen Kapitalanlagen und Versicherungen als Kapitalanlagen vorzunehmen.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, äußerte Medienberichten zufolge Verständnis für die Pläne. Mehr Informationen wollte der GDV auch auf Nachfrage nicht preisgeben. (hi)

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