18. Dezember 2008, 00:00
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Lebensversicherer am Scheideweg

Die Managementberatung Oliver Wyman, Frankfurt, skizziert in einer aktuellen Studie Strategien, mit denen Lebensversicherer sich im immer wettbewerbsintensiveren Markt behaupten können. Das sei notwendig, denn der Lebensversicherungssektor stehe international vor einem verschärften strukturellen Umbruch, so die Untersuchung ?Living on the Offensive ? Taking the 1?600 BN Prize?.

Andererseits wird dem Lebensversicherungsmarkt auch großes Potential eingeräumt. Oliver Wyman schätzt die mögliche Wertschöpfung von 2004 bis 2014 auf rund 1,6 Billionen US-Dollar.

Verantwortlich für den Umbruch in der Branche laut Studie: Der wachsende internationale Konkurrenzdruck und der beschleunigte Wandel in der Vertriebslandschaft. Weitere Herausforderungen für die Assekuranzen: Der steigende Wettbewerb um privates Anlagevermögen und das Entstehen eigenständiger Märkte für Versicherungsrisiken.

Handeln müssten aber nicht nur international agierende Assekuranzen. ?Gerade auch lokale deutsche Versicherer müssen sich diesen internationalen Trends stellen?, so Dr. Ferdinand Graf Wolff Metternich, Partner bei Oliver Wyman und verantwortlich für die Beratung von Versicherungen im deutschsprachigen Raum. Momentan seien die Vorzeichen für hiesige Versicherungen günstig, sich international zu positionieren. Viele Versicherer in Deutschland hätten diesbezüglich bislang vergleichsweise sehr zurückhaltend agiert.

Vertrieb ist der entscheidende Faktor

Ein strategischer Kontrollpunkt in reifen Märkten sei mehr denn je der Vertrieb. Nachdem Versicherer in den letzten Jahren stark mit unabhängigen Vertrieben und Banken kooperierten, gehe es jetzt darum, die Kontrolle über den Kundenzugang zu sichern. ?Ob die Systematisierung in Ausschließlichkeitsvertrieben, die Akquisition von Finanzvertrieben wie AWD oder die langfristige Ausrichtung von Bancassurance-Kooperationen ? in jedem Fall geht es um Kontrolle über den Vertrieb und die Steigerung der Produktivität?, so Metternich.

Was will der Kunde?

Im aktuellen Umfeld seien Garantien sehr gefragt. Daher versprechen Lösungen mit Kapitalschutz besonderen Erfolg, so die Untersuchung. ?Variable Annuities sind hier ein dominanter Trend in Europa ? die Zahl der Produkte hat sich auf über 20 gesteigert und gerade die großen Versicherer treiben diese Innovation voran?, so Bernhard Kotanko, Autor der Studie.

Das Entstehen neuer Märkte für Versicherungsrisiken wie Langlebigkeit stehe erst am Anfang. Mehr Liquidität könnte gerade für kleinere Versicherer mit begrenzter Risikotragfähigkeit neue Möglichkeiten zum Risikotransfer bieten. Ein mögliches Modell entstehe derzeit im britischen Bulk Annuity-Markt. Dort bündeln Versicherer biometrische Risiken von Kunden und verkaufen diese weiter, so Oliver Wyman. Der Großteil der Abnehmer seien wiederum Versicherer. (mo)

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