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10. Juni 2008, 00:00
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Wird die PKV abgeschafft?

Ein Bericht der ?Financial Times Deutschland? über die Zukunft der privaten Krankenversicherung (PKV) sorgt für Aufregung und heiße Telefondrähte bei Unternehmen und Verbänden. Die Reaktionen reichen von ?kein Kommentar? bis ?schlimmer als die Bild-Zeitung?.

Der Artikel zitiert ein Arbeitspapier, das vom Gesamtverband der Deutschten Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, in Auftrag gegeben wurde. Darin schlagen Allianz, Axa und die Münchener-Rück-Tochter Ergo einen radikalen Umbau des deutschen Gesundheitssystems vor: In Zukunft soll es eine verpflichtende Einheitsversicherung geben, die Grundschutz für alle Menschen in Deutschland bietet und von gesetzlichen und privaten Kassen zu denselben Konditionen angeboten wird. Unabhängig von Alter und Geschlecht würde dafür eine einheitliche Prämie berechnet. Langfristig wäre die private Krankenvollversicherung abgeschafft.

Einzig Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen, würden die privaten Versicherer in Form von Zusatzpolicen weiterhin anbieten. Wegen der hohen Zahl an Älteren in ihren PKV-Beständen suchen die großen börsennotierten Versicherer mit ihrem radikalen Vorschlag die Flucht nach vorn, heißt es in dem Artikel weiter. Eher genossenschaftlich organisierte Versicherungsvereine wie Debeka oder Signal Iduna seien jedoch strikt dagegen und fürchten um ihr Geschäft.

?Selbst die Bild-Zeitung würde das nicht machen?

Die Reaktionen auf den Bericht könnten unterschiedlicher kaum ausfallen: Der GDV verneint die Existenz eines derartigen Arbeitspapiers und weist die Darstellungen als reine Spekulationen zurück. Der Verband der privaten Krankenversicherung, Berlin, kritisiert den Bericht als irreführend und realitätsfern. ?Es fängt an, geschäftsschädigend zu werden. Selbst die Bild-Zeitung würde so etwas nicht machen?, sagt Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbands und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna, gegenüber cash-online.

Darüber hinaus würde keines der Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes ? zu denen auch die Allianz, die zur Ergo Gruppe gehörende DKV und die Axa zählen ? auf einen Radikalumbau des Gesundheitswesens drängen. Auch die im FTD-Bericht erwähnten Austrittdrohungen würden jeder Grundlage entbehren.

Auf Nachfrage von cash-online wollte ein Allianz-Sprecher Zwischenberichte der GDV-Arbeitsgruppe nicht kommentieren. ?Wir werden das endgültige Ergebnis abwarten?, so der Sprecher. Als falsch wies er die Darstellung jedoch nicht zurück. (hi)

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