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7. Dezember 2009, 17:50
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Untersuchung: Riester-Produkte intransparent und mangelhaft

Fast jeder zweiter Anbieter von Riester-Produkten liefert dem Verbraucher keine Kostentransparenz. Zudem weisen rund 40 Prozent der Angebote für 45-Jährige und 30 Prozent der Offerten für 30-Jährige ein oder mehrere zentrale Mängel auf.

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Das sind zwei der Ergebnisse des Gutachtens „Alles Riester? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis“, das Professor Dr. Andreas Oehler von der Universität Bamberg verfasst hat und heute in Berlin vorgestellt wurde.

Weiter heißt es in der Untersuchung zur Fülle und Unübersichtlichkeit der hierzulande erhältlichen Riester-Produkte: „Eher aber dürfte ein Verbraucher mehr ‚spielerisches Glück’ benötigen als er sich an Sachverstand sinnvoll aneignen kann, um einem unnötigen Kostenrisiko zu entgehen. In diesem Kontext sollte man nicht von Entscheidungen in einem wettbewerblichen Umfeld der sozialen Marktwirtschaft sprechen, sondern eher von einer Lotterie.“

Verbraucherzentrale: Wettbewerb funktioniert nicht

Anlässlich der Veröffentlichung des Gutachtens meldete sich auch die Verbraucherzentrale zu Wort. „Es kann kein Wettbewerb entstehen, wenn ich die Produkte nicht verstehe“, so Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), auf der heutigen Veranstaltung. Der Mangel an Transparenz mache einen Produktvergleich und damit einen funktionierenden Preis- und Qualitätswettbewerb nahezu unmöglich. Billen sprach sich für eine Standardisierung der Produkt- und Kosteninformationen aus.

Laut Oehler, Autor der Analyse, zeigen die Ergebnisse auch „einen erheblichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Beratung und Zertifizierung im Bereich der Riester-Produkte auf.“ Eine mögliche Lösung: Laut Professor Oehler müssen Aufklärung und Beratung unabhängig sein von Anbieter und Produkt. Dies müsse auch in der Praxis faktisch sichergestellt werden. Ebenso fehle ein einheitliches Zertifizierungssystem mit realistisch laufender Kontrolle, so der Wissenschaftler.

Appell an Arbeitsministerin von der Leyen

Diesen Ball nahm der VZBV auf und forderte seinerseits eine Generalinspektion der Altersvorsorge. „Es wird höchste Zeit, die Effektivität und Effizienz der Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen”, so Billen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen müsse sich ein umfassendes Gesamtbild verschaffen, um die Alterssicherung nachhaltig zu gestalten. (mo)

Foto: Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Riester-Produkte intransparent und mangelhaft
    Ja wohl, dem stimme ich zu.
    Das ist doch von vielen “Riester-Anbietern” so gewollt.
    Was ist die Grundphilosophie eines Unternehmens? Geld verdienen. Je mehr umso besser.
    Wenn das Vertragswerk eines Riester-Produktes für den Kunden, und ich behaupte sogar in einzelnen Fällen für manchen Vermittler, nicht richtig durchschaubar ist, ist doch die Chance, nach dem der Kunde unterschrieben hat, viel größer, dass er seinen Vertrag bis zum Ende der Laufzeit behält.
    Abgesehen davon, mein Verhältnis zu Riesterverträgen ist sowieso ein sehr gespaltenes. Vielen Kunden werden Riesterverträge verkauft, ohne sie über alle Effekte, die sie bei Rentenbeginn zu erwarten haben, aufzuklären. Warum auch? Fragt ja keiner genau nach.
    Viele Vermittler von Riesterverträgen vergessen jedoch immer wieder, dass der Kunde der ihnen gegenüber sitzt, genau so ein Mensch ist, wie sie selbst. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass in den meisten Fällen die Vermittler die Fachleute sind und der Kunde ihnen sein Vertrauen schenkt. Oft wird das schamlos ausgenutzt. Denn wann verdient ein Vermittler Geld? Nur wenn der Kunde unterschreibt. Und wenn ich es dem Kunden nicht verkaufe, macht es ein anderer. So wird doch draußen gedacht.
    Aber welche Kunde nimmt sich die Zeit oder gibt sich schon gern die Blöße und geht zu einem unabhängigen Fachmann um sich solch ein Vertragswerk erläutern zu lassen?
    Fast niemand. Meiner Meinung nach sind solche Kunden selbst dafür mit verantwortlich, wenn bei Rentenbeginn das große Erwachen kommt.
    Nun noch eine Anmerkung zu Herrn Fischer vom AWD: Warum sollte Herr Billen sich mit der Technik seines aktuellen Oberklasse-Autos auskennen? Dafür gibt es doch Fachwerkstätten mit Fachleuten falls diese Technik einmal versagen sollte. Sie (die Technik) ist auch nicht für seine eigene Altersvorsorge verantwortlich. Also, was soll diese Anmerkung?
    Zu Ihrem Wunsch, gern alle Finanzprodukte der Banken zu verstehen, kann ich Ihnen nur sagen, dass können Sie selbst beeinflussen indem Sie sie alle fleißig studieren.
    MfG A. Bähr, selbständiger Finanzberater

    Kommentar von Andreas Bähr — 9. Dezember 2009 @ 10:23

  2. Riesterprodukte unverständlich ?!
    Bravo Herr Billen, ich würde auch gerne alle Finanzprodukte der Banken verstehen; Und, verstehen Sie noch die Technik Ihres aktuellen Oberklasse-Autos ? Wohl eher nicht,oder? Altersversorge erfordert eine verantwortungsvolle, ehrliche und professionelle Beratung, das verstehen Sie doch, oder ? Grüße, Ihr Nils Fischer, Finanzberater beim AWD

    Kommentar von Nils Fischer — 8. Dezember 2009 @ 21:46

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