Untersuchung: Riester-Produkte intransparent und mangelhaft

Fast jeder zweiter Anbieter von Riester-Produkten liefert dem Verbraucher keine Kostentransparenz. Zudem weisen rund 40 Prozent der Angebote für 45-Jährige und 30 Prozent der Offerten für 30-Jährige ein oder mehrere zentrale Mängel auf.

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Das sind zwei der Ergebnisse des Gutachtens „Alles Riester? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis“, das Professor Dr. Andreas Oehler von der Universität Bamberg verfasst hat und heute in Berlin vorgestellt wurde.

Weiter heißt es in der Untersuchung zur Fülle und Unübersichtlichkeit der hierzulande erhältlichen Riester-Produkte: „Eher aber dürfte ein Verbraucher mehr ‚spielerisches Glück’ benötigen als er sich an Sachverstand sinnvoll aneignen kann, um einem unnötigen Kostenrisiko zu entgehen. In diesem Kontext sollte man nicht von Entscheidungen in einem wettbewerblichen Umfeld der sozialen Marktwirtschaft sprechen, sondern eher von einer Lotterie.“

Verbraucherzentrale: Wettbewerb funktioniert nicht

Anlässlich der Veröffentlichung des Gutachtens meldete sich auch die Verbraucherzentrale zu Wort. „Es kann kein Wettbewerb entstehen, wenn ich die Produkte nicht verstehe“, so Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), auf der heutigen Veranstaltung. Der Mangel an Transparenz mache einen Produktvergleich und damit einen funktionierenden Preis- und Qualitätswettbewerb nahezu unmöglich. Billen sprach sich für eine Standardisierung der Produkt- und Kosteninformationen aus.

Laut Oehler, Autor der Analyse, zeigen die Ergebnisse auch „einen erheblichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Beratung und Zertifizierung im Bereich der Riester-Produkte auf.“ Eine mögliche Lösung: Laut Professor Oehler müssen Aufklärung und Beratung unabhängig sein von Anbieter und Produkt. Dies müsse auch in der Praxis faktisch sichergestellt werden. Ebenso fehle ein einheitliches Zertifizierungssystem mit realistisch laufender Kontrolle, so der Wissenschaftler.

Appell an Arbeitsministerin von der Leyen

Diesen Ball nahm der VZBV auf und forderte seinerseits eine Generalinspektion der Altersvorsorge. „Es wird höchste Zeit, die Effektivität und Effizienz der Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen“, so Billen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen müsse sich ein umfassendes Gesamtbild verschaffen, um die Alterssicherung nachhaltig zu gestalten. (mo)

Foto: Shutterstock

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