27. Januar 2011, 12:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Image der Versicherungsvermittler aufwerten“

Zu den Ergebnissen 2010, zu den Trends und Herausforderungen in 2011 sowie zum Image von Versicherer und Vertrieb befragte Cash.Online den Vertriebsvorstand des Alte Leipziger-Hallesche-Konzerns, Frank Kettnaker.

Kettnaker-Nov -2010-7411 in Image der Versicherungsvermittler aufwerten“

Cash.: Sie haben ganz aktuell vorläufige Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlicht. Wie fallen die Unternehmenszahlen aus?

Kettnaker: Unsere vorläufigen Zahlen zeigen nach dem hervorragenden Jahr 2009 erneut steigende Beitragseinnahmen – bei der Alte Leipziger Lebensversicherung und der Hallesche Krankenversicherung jeweils einen Zuwachs von rund fünf Prozent– und sehr gute finanzielle Ergebnisse. Bei der Alte Leipziger Leben wird aufgrund unseres guten Ergebnisses auf der Kapitalanlageseite die Nettoverzinsung mit 4,8 Prozent auf dem hohen Niveau des Vorjahres erwartet, der Rohüberschuss wird über 400 Millionen Euro betragen.

Cash.: Damit entwickelt sich Ihr Haus eher gegen den Trend. Worin sehen die Gründe dafür?

Kettnaker: Das Ergebnis ist sicher sowohl in der Qualität unserer Produkte als auch in unserer Produktmatrix begründet. Dort liegen die Akzente vor allem auf den biometrischen Risiken, wo wir in der Berufsunfähigkeit zu den absoluten Marktführern zählen, und der betrieblichen Altersvorsorge. Unsere Geschäftsfelder blieben von der Krise unberührt, beziehungsweise haben in der vertrieblichen Wahrnehmung sogar noch profitiert. Auch unsere Klientel eher gehobener Privatkunden hat zur Stabilität beigetragen. Das spiegelt sich beispielsweise in geringeren Stornoquoten während der Kapitalmarktkrise wider.

Cash.: Branchenweit sind die Stornoquoten in der Krise allerdings erheblich gestiegen…

Kettnaker: …unsere Stornoquote wird – wie bisher – erheblich unter dem Marktdurchschnitt von 6,2 Prozent liegen. Bei einigen Versicherern, die sehr stark auf kapitalmarktnahe Produkte gesetzt hatten, kam es im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise zum Abzug von Liquidität und dadurch zu höheren Stornoquoten. In den Bereichen bAV und Biometrie hingegen ist es nicht möglich, die Liquidität „herauszuziehen“.

Cash.: Wie verträgt sich das wachsende eher kurzfristig orientierte Einmalbeitragsgeschäft im Bereich Leben mit einer Versichertengemeinschaft, die auf langfristig laufende Beiträge ausgelegt ist?

Kettnaker: Das kann tatsächlich zu einem erheblichen Problem werden. Bei uns sieht das allerdings etwas anders aus. Wir generieren einerseits einen hohen Anteil des Einmalbeitragsgeschäfts aus der bAV. Andererseits haben wir sehr früh erkannt, dass Arbitrage- oder Kapitalisierungsgeschäfte mit kurzfristigen Anlagen zum Trend werden und entsprechende Maßnahmen ergriffen, um die Versichertengemeinschaft zu schützen. So akzeptieren wir grundsätzlich keine Kurzläufer unter zwei Jahren. Darüber hinaus haben wir die Überschusshöhe an die Laufzeit gebunden. Wer also das durchaus berechtigte Interesse hat, sein Geld für drei Jahre anzulegen, wird nicht in dem Ausmaß an den Überschussbeteiligungen partizipieren wie unsere Langsparer. Das haben wir natürlich vor Vertragsabschluss bei Vermittlern und Kunden deutlich gemacht.

Cash.: Ist Ihnen aus diesem Grund Geschäft in diesem Bereich verloren gegangen?

Kettnaker: Natürlich waren wir durch unsere hohe Nettoverzinsung ein Zielmarkt für Anleger – unsere Aufgabe war es, dort die Spreu vom Weizen zu trennen. Beispielsweise sind die Rentenpolicen vieler Anleger zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr ausgelaufen in der Erwartung, dann auch in den Ruhestand gehen zu können. Heute erkennen diese Anleger, dass sie noch drei oder fünf Jahre ansparen müssen. So erhalten wir Einmalzahlungen von Kunden aus der eigenen Wiederanlage, aber auch von Kunden anderer Versicherer. Diese Zielgruppen gehen wir ihrem Bedarf entsprechend mittels Spezialisten gezielt an. Dabei kümmern wir uns auch um vergleichsweise geringe Anlagesummen. Ein Beleg für den Erfolg dieser Strategie ist unsere Wiederanlagequote, die – für einen Maklerversicherer wie uns – enorm hoch ist. Institutionelle Anleger mit kurzfristigem Anlagehorizont würden wir auf der anderen Seite eher ablehnen.

Seite 2: Die Zukunftsaussichten der einzelnen Produktbereiche

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

2 Kommentare

  1. […] Die Zeitschrift cash hat den Vertriebsvorstand des Alte Leipziger-Hallesche-Konzerns, Frank Kettnaker, interviewt und dabei zu den Ergebnissen 2010, zu den Trends und Herausforderungen in 2011 sowie zum Image von Versicherer und Vertrieb befragt. “Image der Versicherungsvermittler aufwerten“ […]

    Pingback von Linkschleuder 20110202: Vermittler, Basistarif, Lebensversicherer, Krankenversicherer, Berufsunfähigkeit | Informationen zu Versicherungen und Altersvorsorge — 2. Februar 2011 @ 17:49

  2. […] “Image der Versicherungsvermittler aufwerten“cash-online.de… Leipziger Lebensversicherung und der Hallesche Krankenversicherung jeweils einen Zuwachs von rund fünf Prozent– und sehr gute finanzielle Ergebnisse. … […]

    Pingback von “Image der Versicherungsvermittler aufwerten“ – cash-online.de | Private Krankenversicherung — 28. Januar 2011 @ 02:46

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nach Bundestag stimmt auch Bundesrat für die Grundrente

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat der Grundrente zugestimmt, durch die kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

Ermittlungen gegen Wirecard-Manager auch wegen Untreueverdachts

Im Skandal um fehlende Milliarden beim Dax-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” nun auch wegen Untreueverdachts gegen den Ex-Vorstandschef und weitere Manager.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...