Anzeige
Anzeige
8. März 2012, 12:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Finanz-Tüv“: VZBV kritisiert Koalition

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Berlin hat die Pläne der Regierungskoalition zur Reform der Finanzaufsicht als enttäuschend bewertet. Der neue „Finanz-Tüv“ werde das „systematische Problem der Falsch- und Schlechtberatung nicht in den Griff bekommen“, teilte der Verband mit.

Gerd Billen, VZBV

Gerd Billen, VZBV

VZBV-Vorstand Gerd Billen begrüßte ausdrücklich die zusätzlichen Finanzmittel für die Stiftung Warentest, betonte aber, dass die Organisation zwar testen und informieren könne, nicht aber regulieren.

Stattdessen forderte der VZBV-Mann, die „Marktwächterrolle“ der Verbraucherzentralen zu stärken: „Der Finanzmarkt benötigt ein Frühwarnsystem, das Mängel und Missstände aufdeckt und hilft, diese abzustellen“, sagte Billen. Die Verbraucherzentralen würden frühzeitig erfahren, „an welchen Stellen der Finanzmarkt nicht funktioniert, wo Verbraucher übervorteilt werden und finanzielle Verluste erleiden.“ Auch die Erfahrungen der im April 2011 gestarteten Initiative „Finanzmarktwächter“ zeigten, dass Verbraucher noch immer keine echte Wahl hätten, da Produkte zu komplex, Informationen unzureichend und Beratungen viel zu oft mangelhaft seien. Dort müsse, so Billen, „ein Wachhund her, der schnüffelt, bellt und wenn nötig zubeißt.“

Um seine Forderung zu untermauern, verwies Billen auf eigene Untersuchungen, die zeigten, dass die Protokollpflicht in der Anlageberatung kaum umgesetzt werden. Zwischen September 2011 und Februar 2012 hatte die Initiative Finanzmarktwächter 50 Anlageberatungen bei 50 Kreditinstituten untersucht. Demnach soll in 20 Prozent der Fälle den Verbrauchern, trotz klarer gesetzlicher Verpflichtung, kein Beratungsprotokoll ausgehändigt worden sein. Zudem enthielt keine Dokumentation die vom Verbraucher gegebenen vollständigen Informationen, in nur einem Fall wurden das Vermögen und die vorhandenen Verbindlichkeiten vollständig dokumentiert, so der VZBV.

Die einzelnen Wertpapiere, die Gegenstand der Beratung waren, tauchen laut VZBV in rund 90 Prozent der Fälle in der Dokumentation der Vermögensverhältnisse nicht auf. Zudem habe kein Institut die Risikobereitschaft des Kunden korrekt dokumentiert. Meist werde diese mit willkürlichen Begriffen umschrieben, so der Verband. (lk)

Foto: VZBV

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Wie wäre es, wenn vorgeschrieben würde, daß sich anlagesuchende Kunden erst mal einen “Führerschein” beim staatlichen Verbraucherschutz besorgen (Achtung – Ironie!)? Wenn Geldanlegen staatlich werden soll – natürlich nur in Staatsanleihen – braucht es auch keine Beratung mehr, weder von Profis noch von weniger professionellen Verbraucherschützern.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 9. März 2012 @ 17:28

  2. Die Aussage zur systematischen Falsch- und Schlechtberatung ist eine Unverschämtheit sowie eine Beleidigung aller sauber arbeitenden Vermittler. Dieser vor Selbstgefälligkeit triefende “Verbraucherschützer” möchte nur die Lizenz zum Gelddrucken, nämlich ein schönes Honorar für Pauschalaussagen seiner Berater zu Angeboten, die der Bürger Ihnen zur Beurteilung vorlegt. Ob seine Leute eine Qualifikation dafür haben, ist nicht klar. Und für deren Ratschläge haften möchte er auch nicht.

    Kommentar von Josef Jehnen — 9. März 2012 @ 09:30

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Versicherung: Die Anbieter mit dem besten Kundenservice

Bei welchem Anbieter von Kfz-Versicherungen erleben die Kunden in Deutschland den besten Kundenservice? Unter anderem zu dieser Frage liefert eine aktuelle Untersuchung des Kölner Analysehauses Servicevalue die Antwort.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Privatbank kündigt Riester-Sparpläne

Die Hamburger Privatbank Donner & Reuschel, eine Tochter von Signal Iduna, hat 130 Kunden mit einem Riester-Sparplan nahegelegt, in eine andere Riester-Versicherung des Iduna-Konzerns zu wechseln. Kunden, die dieses Angebot ablehnten, kündigte die Bank außerordentlich. Dies meldet das Wirtschaftsmagazin “Capital”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD-Umsetzung: Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Das deutsche Umsetzungsgesetz zur IDD ist verabschiedet und tritt im Februar 2018 in Kraft. Trotzdem sind noch diverse Aspekte unklar. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor allen Beteiligten, um die IDD-Umsetzung handhabbar und zu einem Erfolg zu machen.

mehr ...