Ältere Deutsche: Generationenkonflikt, nein Danke

Deutsche zwischen 65 und 85 Jahren fühlen sich oftmals zehn Jahre jünger als sie sind und legen besonderen Wert auf ihre Gesundheit, deren Erhalt die Basis für einen aktiven und autonomen Lebensstil bildet.

Generationenkonflikt

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Versicherers Generali Deutschland.

Demnach ist die materielle Situation der 65- bis 85-Jährigen wesentlich besser als noch vor 20 Jahren.

So verfügt diese Bevölkerungsgruppe über ein durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von knapp 2.200 Euro, wobei mehr als 50 Prozent in ihrer eigenen Immobilie leben.

Diese Rahmenbedingungen erlauben es ihnen, finanziell für ihre Kinder da zu sein. Mehr als jeder Dritte räumt ein, seinen Kindern finanziell unter die Arme zu greifen. Im Durchschnitt fließen monatlich knapp 157 Euro von der älteren zur jüngeren Generation. Demzufolge werden auch keine Generationenkonflikte erwartet – nicht einmal 20 Prozent hegen diesbezüglich Bedenken.

Aktiver und bunter als früher

Die neue Generation der „Best Ager“ führt ein aktives und selbstbestimmtes Leben, in dem Familie, Hobbys und ehrenamtliches Engagement eine große Rolle spielen.

So nutzt die Hälfte aller Frauen zwischen 65 bis 74 Jahren regelmäßig einen Lippenstift, vor 30 Jahren waren es nur 25 Prozent. Fast 50 Prozent der 75- bis 79-Jährigen fahren noch Auto, im Vergleich zum Jahr 1985 eine Steigerung um ganze 40 Prozent.

Letzteres spiegelt den zentralen Wunsch nach Autonomie und einem selbstbestimmten Leben wider. Dazu äußert sich Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, folgendermaßen: „Sehr eindrucksvoll ist das starke Unabhängigkeitsstreben dieser Generation. Die Erhaltung von Gesundheit und Autonomie ist das zentrale Thema – man will gesund bleiben, um unabhängig zu bleiben.“

Mehr Bildung, mehr Lebenszufriedenheit

Mehrheitlich blicken die 65- bis 85-Jährigen zufrieden auf ihr Leben zurück. Ganze 57 Prozent der älteren Deutschen bewerten auf einer Skala von eins bis zehn ihr Leben mit acht Punkten.

Dabei stellen Bildungsgrad und die Höhe des Einkommens wichtige Einflussfaktoren dar. Ein Mehr von beidem schlägt sich in einem höheren globalen Zufriedenheitsgrad nieder.

Politische Interessenvertretung gewünscht

Die überwiegende Mehrheit der Älteren wünscht sich eine politische Interessenvertretung auf Bundesebene und immerhin noch 51 Prozent hält eine Interessenvertretung auf kommunaler Ebene für wichtig.

Von den über 65-Jährigen erwarten 74 Prozent von der Regierung, die finanzielle Situation ärmerer Senioren zu verbessern. 68 Prozent sehen in der Verringerung der sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich eine Hauptaufgabe der Politik.

Im Rahmen der Generali Altersstudie wurden persönliche Interviews mit über 4.000 ausgewählten Rentnern der Altersgruppe von 65 bis 85 Jahren geführt. (nl)

Foto: Shutterstock

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