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6. Juni 2013, 15:53
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Nach Kündigungswelle: BdV greift Ergo an

Der Bund der Versicherten (BdV) hat den Düsseldorfer Versicherungskonzern Ergo kritisiert, weil dieser rund 120.000 Kunden die Wohngebäude-Police kündigen und durch verbesserte aber teurere Verträge ersetzen will. In einer Mitteilung wirft BdV-Chef Tobias E. Weissflog dem Versicherer “jahrzehntelange Versäumnisse” vor.

Bund der Versicherten greift Ergo anUm die defizitäre Gebäudeversicherung profitabel zu machen, hat der Versicherer Kunden mit Alt-Verträgen von vor 2006 mitgeteilt, ihre Wohngebäudeversicherung zu kündigen, wenn diese nicht in einen teureren Folgevertrag wechseln. Dieser soll durchschnittlich 14 Prozent mehr kosten – in einigen Fällen soll sich die Prämie sogar verdoppeln. Zudem ist ein Selbstbehalt von zunächst 500 Euro vorgesehen, der bei schadenfreien Jahren reduziert wird.

Da die alten Verträge, im Gegensatz zu den neuen, keine Beitragsanpassungklauseln enthalten, kann die Ergo die Prämien der Alt-Verträge nicht einfach anheben. Kunden, die das neue Vertragsangebot ablehnen, gehen nun das Risiko ein, von einem neuen Anbieter abgelehnt zu werden. “Verbraucher müssen die schlechte Bestandsbetreuung mit Verlust ihres Versicherungsschutzes bezahlen”, beklagen die Verbraucherschützer nun.

“So einen radikalen Weg müsste es nicht geben”

“Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Ergo es jahrzehntelang versäumte, die betroffenen Versicherungsnehmer über laufende und verbesserte Bedingungsanpassungen in der Wohngebäudeversicherung zu unterrichten”, sagt BdV-Chef Weissflog. “Wäre dies der Fall gewesen, müsste es einen so radikalen Weg der Ergo mit über 100.000 Vertragskündigungen nicht geben.”

Zuvor hatte eine Ergo-Sprecherin das Vorgehen des Versicherers damit verteidigt, dass sich im Wohngebäudebestand der Ergo viele Verträge mit Konditionen befänden, “die heute von den Verbraucherschützern als völlig unzureichend eingestuft werden”. So fehle in allen Verträgen vor 1996 beispielsweise der Schutz gegen Naturgefahren. Mit den neuen Verträgen bekämen die Kunden die Möglichkeit, “auf einen modernen Versicherungsschutz umzusteigen”.

Weissflog will diese Begründung aber nicht gelten lassen: Für ihn sei es unverständlich, so der BdV-Chef, warum es im Bestand der Ergo noch so viele Altverträge mit “völlig unzureichenden Konditionen” gebe. (lk)

Foto: Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Wie bei allen Sparten der Sachversicherung gilt auch hier, wenn wirklich nur tatsächliche Schäden von den Versicherern reguliert werden müssten und nicht soviel Betrügereien als Schäden deklariert werden würden, könnte die beiträge um 50% niedriger sein, was allen Versicherten zu Gute käme. Die Ursache nicht nur immer bei den versicherern suchen.

    Kommentar von Bernd Hilscher — 14. Juni 2013 @ 13:46

  2. Es könnte auch sein, dass die Zahl der Altverträge in der genannten Höhe besteht, nicht weil die ERGO angeblich versäumt hatte, die Kunden aktiv auf Verbesserungen hinzuweisen, sondern weil zahlreiche Kunden über viele Jahre hinweg wg. Prämienersparnis einfach nicht umstellen wollten. Branchenkennern ist dieses Phänomen hinlänglich bekannt. Die ERGO handelt aus meiner Sicht hier vollkommen richtig.

    Kommentar von Dr. Christian Proff — 7. Juni 2013 @ 10:38

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