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28. Oktober 2013, 08:00
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BVK-Studie: Regulierung gefährdet die Vorsorge

Fast die Hälfte der Versicherungsvermittler werden infolge anstehender Regulierungen den Markt verlassen, so eine für den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) erstellte Studie. Der Verband warnt daher vor einer drohenden Unterversorgung der Haushalte mit Vorsorgeprodukten.

BVK: Regulierung führt zu Vermittlerschwund und Vorsorgemangel

Der BVK warnt vor den Folgen der anstehenden Regulierungen.

Die Pläne für eine neue Vermittlerrichtlinie (IMD 2) der Europäischen Kommission, aber auch Vorhaben der deutschen Politik, wie eine Förderung der sogenannten Honorarberatung und Beschneidung des Provisionsvertriebs, gefährden die Existenz der selbständigen Versicherungsvermittler, so der Verband.

“Die zum Teil ideologisch geführte Diskussion über Provisionsvergütungen der Versicherungsvermittler und die Priorisierung der Honorarberatung durch Teile der Politik und Verbraucherschützer hat den BVK veranlasst, eine wissenschaftliche Studie bei den renommierten Branchenkennern und Wissenschaftlern Prof. Dr. Matthias Beenken und Prof. Dr. Michael Radtke von der Fachhochschule Dortmund in Auftrag zu geben”, erläutert  BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Studie verneint Marktversagen

In der Studie “Betriebswirtschaftliche Konsequenzen eines Systemwechsels in der Vergütung von Versicherungsvermittlern” stellen die Professoren fest, dass es trotz einzelner Fehlentwicklungen im Versicherungsvertrieb kein generelles Marktversagen gibt. Ihrer Ansicht nach wird  in der gegenwärtigen Diskussion zu sehr auf Basis der “Anreiz-Beitrags-Theorie” argumentiert.

Danach erscheine es plausibel, dass sich ein Vermittler ausschließlich nach den Interessen des Versicherers ausrichtet, weil der ihm Vergütungen und andere Anreize verspricht. Auf verhaltensökonomischer Basis könne dagegen belegt werden, dass Vermittler auch den langfristigen Nutzen ihres Kunden berücksichtigen, um ihr Geschäft nachhaltig betreiben zu können und ihren guten Ruf nicht zu gefährden, so die Studienautoren.

Vertrieb leidet unter der Geldpolitik

Die Studie bewertet die verschiedenen politischen Vorschläge zur Regulierung des Vertriebs wie eine Offenlegung der Provisionen, eine Förderung der Honorarberatung gegen eine vom Kunden zu zahlende Gebühr sowie Maßnahmen, die den Vertrieb von Produkten mit einkalkulierter Provision unattraktiv erscheinen lassen.

Dazu werden drei Szenarien gebildet. Im Basisszenario treten schon allein wegen des nachteiligen makroökonomischen Umfelds für die Vorsorge über Versicherungen – Stichwort Niedrigzinsen durch die Geld- und Haushaltspolitik der Europäischen Union – Rückgänge der erwarteten künftigen Abschlusserfolge auf. In den beiden weiteren Szenarien werden unterschiedlich weitgehende Regulierungen unterstellt.

 

Seite zwei: 45 Prozent der Vermittler verlassen den Markt

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1 Kommentar

  1. “… denn wir sind es, die mit hoher Fachkompetenz unsere Mitbürger von der Notwendigkeit des Konsumverzichts für eine privat finanzierte Altersvorsorge überzeugen”

    “Als tragender Pfeiler unseres Sozialstaates erfüllen wir eine unverzichtbare sozial- und gesellschaftspolitische Aufgabe.”

    Ich empfinde die geäußerten Worte als Hohn.

    Ich wurde von einem Vermögensberater übervorteilt. Mein Interesse an Alterversorge wurde missbraucht, um mir Verträge zu verkaufen, die nicht zu mir passen. Überdies sollten auch noch Verträge zu meinem Nachteil umgedeckt werden – damit der Vermögensberater mehr Provision verdient.

    Meine Meinung: Unseriöse Vermögensberater sind ein Risiko für die Altersvorsorge.

    Warum wird reguliert? Ich glaube, weil die Politik reagieren muss. Weil viele Kunden übervorteilt werden. Weil die Vorsorgeindustrie nicht wirklich gegen unseriösen Vertrieb vorgeht – keine Woche ohne neue Nachrichten über fragwürdige Vertriebsmethoden, versteckte Gebüren, benachteiligte Kunden, Verträgen die Stolperfallen enthalten, Verkaufsdruck. Warum schafft es die Finanzindustrie nicht Verträge zu kreieren, für die man nicht Finanzmathematik studieren muss, die einfach verständlich sind?

    Es gibt eine Investorenweisheit: “Man kaufe nur was man versteht.” Auf viele Altersvorsorgeprodukte trifft das leider nicht zu.

    Kommentar von Mike — 29. Oktober 2013 @ 01:51

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