24. Juli 2013, 07:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bürgerversicherung wird für Befürworter zum Bumerang”

Für die privaten Krankenversicherer steht in diesem Jahr viel auf dem Spiel. Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung, spricht in Cash. über die Herausforderungen und den Reformeifer der Branche.

PKV

“Manche Studie zur Bürgerversicherung hat sich als Bumerang ihrer Auftraggeber erwiesen.”

Cash: Die Debatte um Beitragsanpassungen hat der PKV negative Schlagzeilen beschert, die bis heute nachwirken. Was können die Branche und Ihr Haus dazu beitragen, das eigene Image zu verbessern?

Wichtig ist, dass wir uns dieser Kritik stellen und sie als Anlass nehmen, entsprechende Reformen seitens der Branche einzuleiten. Nach der heftigen Medienkampagne gegen die PKV im ersten Halbjahr 2012 ist ein dementsprechender Reform- oder Veränderungswillen eingeleitet worden.

Das heißt, die PKV versteckt sich nicht und sitzt die Kritik auch nicht aus, sondern hat in bemerkenswert kurzer Zeit Veränderungen auf den Weg gebracht. Zu nennen ist hier insbesondere das Thema der Mindestleistungen, welches die Unternehmen sehr zeitnah in ihren Tarifwerken umgesetzt haben.

Kritiker behaupten nun, dass viele der neuen Unisex-Tarife in wichtigen Bereichen keinen ausreichenden Leistungsumfang bieten würden. Was sagen Sie dazu?

Diesen Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: die Mehrheit der Anbieter hat die Unisex-Umstellung nachweislich dazu genutzt, ihr Tarifwerk auf der Leistungsseite zu verbessern, indem beispielsweise der Leistungsumfang für ambulante Psychotherapie, im Bereich der Hilfsmittelversorgung oder aber bei Sucht- und Entwöhnungstherapien ausgeweitet worden ist.

Dass manche Anbieter im Bereich der ambulante Psychotherapie eine Selbstbeteiligung für den Kunden einbezogen haben, ist ein in der privaten Versicherungswirtschaft übliches und sinnvolles Kostensteuerungsinstrument.

Nach Angaben der Finanzaufsicht BaFin mussten zuletzt 18 von 48 PKV-Anbieter ihren Rechnungszins absenken. Die Gothaer gehört nicht dazu – wie lange noch?

Zaubern kann keiner, auch wir nicht. Das heißt, wenn die Zinsen noch über längere Zeit auf dem niedrigen Niveau bleiben, wird es über kurz oder lang jedem Krankenversicherer so gehen, dass er den aktuariellen Unternehmenszins (AUZ) von 3,5 Prozent in der Prognose nicht mehr erreicht.

Nachdem die Mehrheit der PKV-Unternehmen die Unisex-Tarife bereits mit einem abgesenkten Rechnungszins von 2,75 Prozent an den Markt gebracht haben, ist es ohnehin sinnvoll, auch den Altbestand schrittweise auf ein niedrigeres Niveau abzusenken. Aber natürlich freut es uns, dass die Gothaer nicht zu den Unternehmen zählt, die aufgrund eines nicht bestandenen AUZ-Tests kurzfristig absenken müssen.

Seite zwei: Vermeintlich unzureichende Wechselmöglichkeiten

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Assekuranz: Dunkle Wolken am Stimmungshimmel

Die Versicherungsbranche muss sich in den kommenden Jahren mit einer Vielzahl neuer und alter Herausforderungen auseinandersetzen. Welche das sind, und wie sich die aktuelle Stimmungslage der Branche gestaltet, hat eine aktuelle Befragung des Insight-Panels untersucht.

mehr ...

Immobilien

Umweltbewusste Hausbesitzer vertrauen auf Smart Home

Solarplatten auf dem Dach gehören mittlerweile für viele Hauseigentümer zum A und O – die Anzahl der Solaranlagen in Deutschland ist seit 2015 um satte 15 Prozent gestiegen. Warum die Nutzung einer Photovoltaikanlage immer beliebter wird und was sie in Sachen Energiekosten bringt.

mehr ...

Investmentfonds

ETFs: Die Fallen der Anlageklasse

Die Nachfrage nach den Exchange Traded Funds, kurz ETF, auf dem Aktienmarkt ist enorm. Sie werden als besonders flexibel, ständig handelbar und mit niedrigen Kosten beworben. Doch trügt hier der Schein? Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG hat sich eingehend mit der Thematik befasst und vier Fallen zusammengetragen, in die ETF- Anleger besser nicht tappen sollten.

mehr ...

Berater

Deutsche Finance bündelt Haftungsdach und 34f-Vertrieb

Der Asset Manager Deutsche Finance Group führt die bestehenden Vertriebs-Tochtergesellschaften Deutsche Finance Consulting und Deutsche Finance Advisors unter der Deutsche Finance Solution als Kompetenzplattform zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Negativzins-Kredite purzeln: Rekordzahl erreicht

Das Kreditportal Smava war seit 2017 der erste Anbieter Deutschlands, der einen negativen Zinssatz für Ratenkredite anbot, mittlerweile führen sie Negativzins- Kredite mit Zinssätzen mit bis zu minus fünf Prozent an. Doch jetzt weiteten sie diesen erneut um das Doppelte aus. Erstmalig in Deutschland können Kreditnehmer nun einen Jahreszinssatz von minus zehn Prozent einfordern.

mehr ...

Recht

Was den Deutschen Recht ist – und was nicht

Gerichtsverfahren in Deutschland dauern viel zu lange – zu diesem Urteil kommen 88 Prozent der Bundesbürger sowie 75 Prozent der Richter und Staatsanwälte. Das geht aus dem “Roland Rechtsreport 2019” hervor, für den das Institut für Demoskopie Allensbach über 1.200 Bürger und 1.000 Richter und Staatsanwälte befragt hat. 

mehr ...