27. März 2014, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Konsumwünsche müssen nicht zur Kündigung der Altersvorsorge führen”

Markus Jost kam Anfang 2013 nach Deutschland, um als Leben-Vorstand der Basler Versicherungen den Konzernumbau voranzutreiben. Der Schweizer zieht eine erste Bilanz und erläutert die Ziele in der Personal- und Produktstrategie.

Basler

Markus Jost: “Wir werden nicht mehr alles machen und uns von einigen Bereichen trennen.”

Cash.: Die Lebensversicherer werden zunehmend durch die Niedrigzinsphase belastet. Wie bewerten Sie die Stimmung in der Branche?

Jost: Für mich als Schweizer und als jemand, der lange im angelsächsischen Bereich gearbeitet hat, ist es erstaunlich, dass wir eine solch schlechte Stimmung in der deutschen Lebensversicherung haben. Diese Wucht an negativen Tendenzen hat mich in den letzten zwölf Monaten seit ich hier bin schon überrascht.

Eine mögliche Absenkung des Rechnungszinses von 1,75 auf 1,25 Prozent zum 1. Januar 2015 würde wohl nicht zur Aufhellung der Stimmung beitragen. Was denken Sie?

Eine Absenkung des Rechnungszinses auf 1,25 Prozent hat definitiv Nachteile in Bezug auf die Provisions- und Kostenstruktur der Branche. Sie bietet aber auch die Chance, interessante Produkte jenseits der klassischen Lebensversicherung zu kreieren: Ab 2015 werden wir beispielsweise ein neues Produktportfolio anbieten, das einfach, transparent und flexibel ist und dabei auch ein Garantieelement beinhaltet. Ich bin überzeugt, dass unsere Innovation die richtige Antwort auf die Absenkung des Rechnungszinses ist.

Können Sie schon Näheres dazu sagen?

Im Moment nur so viel: Es wird keine Copy-Paste-Variante eines der Garantiemodelle sein, die in letzter Zeit auf den Markt gebracht wurden. Das Anlagespektrum in unserem neuen Konzept reicht je nach Kundenwunsch von sicherheitsorientiert bis sehr risikoorientiert.

Welche Rolle wird dabei Ihre Fondspolice StrategiePolice top3 spielen?

Unsere Fondspolice wird ein Teil dieses Konzepts sein. Allerdings muss man auch sagen: Der dynamische Drei-Topf-Hybrid hat vor dem Hintergrund der Rechnungszinsabsenkung ausgedient. Das Produkt ist sehr gut und erfolgreich, aber jetzt ist eine neue Ausrichtung und ein Überdenken dieses Produkts gefragt.

Wird die Garantie dann auf eine Bruttobeitragsgarantie beschränkt sein?

Das muss noch austariert und die Produktgestaltung mit der Bafin diskutiert werden. Allerdings fühlen wir uns von der Aufsicht ermutigt. Diese möchte, dass sich die Assekuranz bei den Produkten bewegt – und sie muss sich auch bewegen. Jetzt ist ein Zeitpunkt gekommen, wo die Bafin willens scheint, neuartige Lösungen anzuhören und zu akzeptieren.

Wird das Neuprodukt auch günstiger sein?

Wir müssen günstiger und effizienter werden. Wir sind zu kostenintensiv aufgestellt, das heißt die Kosten müssen in der gesamten Basler runter – das sind die bereits kolportierten 40 Millionen für die Basler Leben und Nicht-Leben. Das geht nicht allein über eine visionäre strategische Stoßrichtung, sondern da ist vor allem Handwerk gefragt.

Wir wollen den Fokus wieder stärker auf die Produkte und die Kunden legen, denn im Zuge der Deutscher-Ring-Entflechtung hat sich die Basler zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Seite zwei: Widersprüchliche Antworten zum Provisionsdeckel

Weiter lesen: 1 2 3 4

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

myLife mit leichtem Gewinn

Die myLife Lebensversicherung AG, Göttingen, hat mit ihrem Fokus auf provisionsfreie Netto-Produkte weiter Erfolg. Im Geschäftsjahr 2017 wuchs das Neugeschäft im strategischen Kerngeschäft deutlich um 82,1 Prozent – von 60,8 Millionen Euro (2016) auf 110,7 Millionen Euro.

mehr ...

Immobilien

Immobiliendarlehen: DKB wegen Rückabwicklung verurteilt

Wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg aktuell feststellte, war ein Kunde der Deutsche Kreditbank AG (DKB) aufgrund seines erklärten Widerrufs nicht mehr verpflichtet, die in einem Darlehensvertrag vereinbarten Zins- und Tilgungsraten zu leisten.

mehr ...

Investmentfonds

20 Jahre EZB: Das Urteil der Ökonomen

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt es seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass haben deutsche Volkswirte die Arbeit des Instituts bewertet. Grundsätzlich fällt ihr Urteil positiv aus, doch nicht alle Ökonomen sind zufrieden.

mehr ...

Berater

Viele Kunden wollen auf Briefe nicht verzichten

Nur sechs Prozent der Versicherten lehnen digitale Angebote ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Kubus Privatkunden” von MSR Insights. Die Studie zeigt allerdings auch, dass nach wie vor Kundensegmente existieren, die auf klassische Kommunikation via Briefpost nicht verzichten wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vorstandswechsel bei der Immac-KVG

Mit Wirkung zum 1. Mai 2018 wurde Elisabeth Janssen zum Vorstandsmitglied der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG bestellt. Frank Iggesen verlässt das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Demenz und Testierfähigkeit bei notariellem Testament

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Alzheimerdemenz. In einem aktuellen Urteil musste das Oberlandesgericht (OLG) Hamm nun darüber entscheiden, ob eine derartige Erkrankung ein notarielles Testament wegen Testierunfähigkeit unwirksam macht.

mehr ...