Anzeige
25. November 2014, 15:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV: Die zweite Säule stützen

Trotz der Wahl zwischen fünf Durchführungswegen, steuerlichen Erleichterungen und höchster Sicherheitsausstattung ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) noch immer kein Selbstläufer. Das kann und muss geändert werden.

Gastbeitrag von Ulf Kesting, DGbAV

bAV: Die zweite Säule stützen

Ulf Kesting, DGbAV: “Unausweichlich wird die staatliche Rente weiter absinken, die “Rente vom Chef” dagegen im Stellenwert steigen.”

Personalverantwortliche in der mittelständischen Wirtschaft und Firmenchefs kleinerer Unternehmen stimmen alle das gleiche Klagelied an, wenn sie auf die betriebliche Altersversorgung für ihre Arbeitnehmer angesprochen werden: “Zu kompliziert, zu arbeitsintensiv, drückende Haftungsfragen, kostet zu viel”. Fragt man die Mitarbeiter, sind die Antworten ähnlich: “Zu wenig Information vom Chef, zu kompliziert, kein Geld für Eigenbeitrag zur Betriebsrente”.

Politik trommelt für die bAV

Ob die Argumente gegen die bAV schlüssig sind oder nur vorgeschoben: Jeder sollte inzwischen wissen, dass bei abnehmender Anzahl der Arbeitenden und zunehmender Anzahl von Rentnern der Generationenvertrag mit der umlagenfinanzierten Rente vor dem Scheitern steht. Die heranwachsende Generation muss zukünftig einen demografischen “Rentnerbauch” durchfüttern. Schon heute kommt auf zwei Verdiener ein Rentner.

“Bald hat jeder sozialversichert Beschäftigte seinen eigenen Rentner zu versorgen”, sagt Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg und Berater der Bundesregierung. Unausweichlich wird die staatliche Rente weiter absinken, die “Rente vom Chef” dagegen im Stellenwert steigen. Die Weichen dafür müssen heute gestellt werden. Das steht sogar im Koalitionsvertrag.

Beseitigung von Fehlanreizen

Wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bei der Aba-Jahrestagung in Berlin sagte, haben sich die Regierungsparteien darauf geeinigt, die betriebliche Altersversorgung insbesondere in Klein- und Mittelbetrieben auf eine breitere Basis stellen zu wollen (siehe Infokasten). Nahles sagte, sie sei zum Dialog bereit, den man in der zweiten Jahreshälfte aufnehmen könne. Vereinfachungen und die Beseitigung von Fehlanreizen müssten im Mittelpunkt von bAV-Reformen stehen, hörte die Ministerin aus dem Kreis der Fachleute. Und: “Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Verbreitungs-offensive starten”.

Flott schreitet auch die EU in Sachen bAV voran. Die berufliche Standortwahl für Arbeitnehmer in den EU-Staaten ist seit Jahren ein großes Thema in Brüssel. Jeder Arbeitnehmer soll die Chance haben, in jedem der 28 Länder der Europäischen Union zu arbeiten.

Ein Hindernis für die Freizügigkeit war bislang die betriebliche Altersversorgung über Ländergrenzen hinweg. Jetzt wurde endlich eine EU-Richtlinie vom Europäischen Parlament und dem Ministerrat verabschiedet, die “Mindestvorschriften zur Erhöhung der Mobilität von Arbeitnehmern zwischen den Mitgliedstaaten durch Verbesserung des Erwerbs und der Wahrung von Zusatzrentenansprüchen” beinhaltet.

 

Seite zwei: Honorar- vs. Provisionsberatung

Weiter lesen: 1 2 3 4

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

LSE-Chef Xavier Rolet verlässt Londoner Börse

Die London Stock Exchange (LSE) verliert Ende 2018 ihren Vorstandsvorsitzenden Xavier Rolet. Der Franzose wollte das Unternehmen bereits nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse verlassen. Rolet schaffte es, den Wert der LSE während seiner Amtszeit zu vervielfachen.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...