Büros von Debeka-Mitarbeitern durchsucht

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ein Ermittlungsverfahren gegen neun Beschäftigte der Debeka-Versicherungsgruppe und fünf Angehörige des öffentlichen Dienstes eingeleitet. Durchsuchungen bei Debeka-Mitarbeitern sollen nun klären, ob sich der Anfangsverdacht der Bestechung, der Anstiftung zur Verletzung des Dienstgeheimnisses und des Verstoßes gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen gegenüber den Mitarbeitern erhärtet.

Im Hauptsitz der Debeka-Versicherungsgruppe in Koblenz fanden keine Durchsuchungen statt.

Im Kern geht es bei den Ermittlungen darum, zu prüfen, ob die sogenannten Tippgeber im öffentlichen Dienst unberechtigterweise Daten von Beamtenanwärtern gegen Bezahlung an jene neun Debeka-Mitarbeiter weitergegeben haben. „Die Mitteilung dieser Daten sollte den beschuldigten Mitarbeitern der Debeka-Versicherungsgruppe den Abschluss von Versicherungsverträgen ermöglichen“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz.

Wegen einer möglichen Weitergabe der Daten sehen sich fünf Angehörige des öffentlichen Dienstes dem Anfangsverdacht auf Bestechlichkeit, der Verletzung des Dienstgeheimnisses und des Verstoßes gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen ausgesetzt.

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Durchsuchungen in mehreren Bundesländern, Debeka-Zentrale nicht betroffen

Zur Aufklärung des Verdachts durchsuchen gestern 116 Einsatzkräfte der Polizei unter Leitung des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz 24 Büro- und Privatobjekte in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Saarland. Der Sitz der Debeka-Versicherungsgruppe in Koblenz ist laut der Behörde nicht von den Durchsuchungen betroffen.

Debeka: „Nicht absehbar, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt“

Ein Debeka-Sprecher betonte, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Teil eines Ermittlungsverfahrens seien, „das seit November 2013 läuft und das bereits hinlänglich öffentlich bekannt ist“. Man habe die Staatsanwaltschaft dabei von Beginn an umfassend aktiv unterstützt und man tue das auch weiterhin.

„Wir haben ein hohes eigenes Interesse an der Aufklärung der Vorwürfe“, so der Sprecher. „Die Staatsanwaltschaft hat in Ihrere Presse-Information selbst darauf hingewiesen, dass es sich um einen Anfangsverdacht handelt und deshalb nicht absehbar ist, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt.“ Für weitere Auskünfte müsse man das Ende der Ermittlungen abwarten, erklärte der Unternehmensvertreter gegenüber Cash.Online. (lk)

Foto: Debeka

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