Initiative „gut beraten“: Mit Qualifikation punkten

Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Weiterbildung greift die Branche dem Gesetzgeber vor. Dennoch ist „gut beraten“ nicht unumstritten. Cash. hat mit Branchenmitgliedern und Initiatoren über die Initiative gesprochen.

Norbert Lamers, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Makler Akademie: „Die Initiative hat sich für ein außerordentlich hohes Datenschutzniveau und aufwendige Authentifizierungsverfahren entschieden, welche die Prozesse aufwendig und teuer machen.“

Mit der Initiative „gut beraten – Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland“ hat sich die deutsche Versicherungswirtschaft das Ziel gesetzt, das Weiterbildungsengagement der Vermittler und damit deren Fach- und Beratungskompetenz zu stärken.

„Unser gemeinsames Ziel ist die Stärkung der Beratungsqualität in unserer Branche“, erläuterte Josef Beutelmann, Vorstandsvorsitzender des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), beim Pressegespräch anlässlich des Projektstarts im April 2013.

Weiterbildung transparenter machen

Initiatoren des Branchenprojekts sind neben dem BWV der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (AGV), der Bundesverband der Assekuranzführungskrafte e.V. (VGA), der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), der Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM), die Bundesfachgruppe Versicherungen der ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und der Votum Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs- Unternehmen in Europa e.V. (Votum).

Im Zuge des Projekts wollen die beteiligten Verbände die Weiterbildung besser strukturieren und transparenter machen. Als Vorbild der „gut beraten“-Initiative dienten den Initiatoren die Weiterbildungsregeln der Ärzteschaft. Im Rahmen der Initiative sollen solche Bildungsmaßnahmen honoriert werden, die die Fach- und Beratungskompetenz der Vermittler weiterentwickeln.

Große Resonanz

Versicherungsvermittler können für die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen Weiterbildungspunkte sammeln. Ein Punkt entspricht einer Lerneinheit von 45 Minuten. Nach dem Erreichen von 200 Punkten innerhalb von fünf Jahren erhält ein Vermittler ein Zertifikat.

Einen Nachweis über seine Teilnahme an der Initiative kann er bereits nach einem Jahr erhalten. Ziel dieser Nachweise ist es, das Weiterbildungsengagement auch gegenüber Kunden abzubilden.

Technisch werden die Weiterbildungsaktivitäten der Vermittler und die gesammelten Punkte auf einem Weiterbildungskonto in einer zentralen Datenbank erfasst. Seit dem 1. September letzten Jahres können Bildungsmaßnahmen bepunktet werden, seit Oktober 2013 läuft die Akkreditierung der Bildungsanbieter und seit dem 7. April ist die Datenbank online, in der Weiterbildungskonten eröffnet und Weiterbildungspunkte eingetragen werden können.

Seite zwei: Erheblicher Aufwand

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