Gothaer erwartet fallendes Provisionsniveau

Der neue Vorstandsvorsitzende des Kölner Versicherers Gothaer, Dr. Karsten Eichmann, rechnet mit einer Absenkung der Abschlusskosten in der Lebensversicherung. Im Vertrieb plant Eichmann, den Multi-Kanal-Ansatz auszubauen. Bis 2016 soll die Direktversicherungstochter Asstel zur alleinigen Marke Gothaer verschmelzen.

Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Leben und Kranken (links), erläutert mit dem neuen Konzern-Chef, Karsten Eichmann, die künftige strategische Ausrichtung des Kölner Versicherers.

Sowohl Eichmann, als auch Leben-Chef Michael Kurtenbach betonten auf der Bilanzpressekonferenz der Gothaer gestern in Köln, dass sich das Provisionsniveau in der Lebensversicherung nach unten bewegen werde. Wie hoch die Absenkung ausfalle, müsse sich aber erst noch zeigen, so Kurtenbach.

Bei den Verwaltungskosten liege man mit einer Kostenquote von 2,1 Prozent bereits unter Marktniveau (2,3 Prozent). Ziel ist laut Eichmann eine weitere Absenkung der Verwaltungskostenquote.

Gothaer sieht Handlungsbedarf bei Abschlusskosten

Als weitaus schwieriger dürfte sich für die Gothaer die Absenkung der Vertriebskosten erweisen. So räumte Kurtenbach ein, dass man sich bei der Vermittlervergütung „im Markt bewegen“ müsse. Gleichwohl sehe man Handlungsbedarf bei den Abschlusskosten, betonte der Vorstandsvorsitzende der Gothaer Leben und Kranken.

Zwar verzichtet der Gesetzgeber auf eine Provisionsobergrenze, jedoch sieht das neue Lebensversicherungsreformgesetz vor, dass die Assekuranz ab 1. Januar 2015 anstatt 40 Promille nur noch 25 Promille der Abschlusskosten bilanziell geltend machen darf. Dadurch werden Versicherer, die hohe Vergütungen auszahlen, stärker belastet. Bisherige Provisionsmodelle, die stark auf die Abschlussvergütung ausgerichtet sind, dürften daher verstärkt unter Druck geraten.

Kurtenbach: Höchstzillmerungssatz gilt auch für Fondspolicen

Kurtenbach geht zudem davon aus, dass die Absenkung des Höchstzillmerungssatzes nicht nur für klassische Leben-Produkte gilt, sondern auch für Fondspolicen: „Wir interpretieren das Gesetz so.“ Fondsgebundene Rentenversicherungen stellen bei der Gothaer zusammen mit der betrieblichen Altersversorgung und biometrischen Lösungen die Schwerpunkte des Neugeschäfts dar. Deren gemeinsamer Anteil lag im vergangenen Jahr bereits bei 86 Prozent.

SBU war „Volltreffer im Markt“

Vor allem die Entwicklung der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) sorgt bei den Kölnern für zufriedene Mienen. Seit Einführung der SBU vor zwei Jahren wurden nach eigenen Angaben über 21.000 Verträge mit einem Beitragsvolumen von rund 615 Millionen Euro platziert. Man habe mit dem Produkt einen „Volltreffer im Markt“ erzielt, so Kurtenbach.

Seite zwei: Multikanal-Strategie für mehr Wachstum

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