Altersvorsorge: Deutsche fürchten geringere Erträge

Eine Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) rechnet damit, dass ihre langfristige Vorsorge unter der Konsolidierung der Staatsfinanzen in der Europäischen Union (EU) leidet. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Der deutschen Wirtschaft bescheinigen die Bundesbürger hingegen beste Aussichten.

Klaus Morgenstern, DIA: “Die Altersvorsorgesparer sind neben den Steuerzahlern diejenige Gruppe der Bevölkerung, die hauptsächlich die Kosten für die Überwindung der Euro-Schuldenkrise schultern müssen.“

Unter Berücksichtigung der Befragten, die zumindest mit teilweisen Auswirkungen der Konsolidierungspolitik rechnen, sehen mehr als 90 Prozent der Deutschen ihre langfristige Vorsorge beeinträchtigt. Dabei gebe es über alle Altersgruppen hinweg eine klare Übereinstimmung in dieser Einschätzung, erklärt das DIA.

Sorge vor Erstarken eurokritischer Kräfte

Bestrebungen eurokritischer Kräfte zu einer „Re-Integration“ in Europa oder gar ein Auseinanderbrechen des Euroraumes halten vier von zehn Befragten für eine Belastung für die Volkswirtschaften und Finanzsysteme und damit zugleich für eine Bedrohung ihrer Altersvorsorge. Auch hier fielen die Einschätzungen in den einzelnen Altersgruppen nahezu übereinstimmend aus, heißt es.

Optimistische Sicht auf Deutschland

Die Position Deutschlands bewerten die Deutschen deutlich optimistischer als die europäische Gesamtlage. Knapp vier Zehntel der Befragten sind der Ansicht, dass Deutschland trotz der Belastungen aus der Eurokrise wieder zur früheren wirtschaftlichen Stärke zurückgefunden habe.

Das helfe auch den hiesigen Alterssicherungssystemen, so das DIA. So profitierten von einer hohen Beschäftigung die Umlagesysteme der gesetzlichen Rentenversicherung durch mehr Beitragszuflüsse. Damit steige auch der Spielraum für die betriebliche und private Altersvorsorge.

„Die Altersvorsorgesparer sind neben den Steuerzahlern diejenige Gruppe der Bevölkerung, die hauptsächlich die Kosten für die Überwindung der Euro-Schuldenkrise schultern müssen“, sagt
DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. „Vielen ist das heute schon bewusst, auch wenn sie die tatsächlichen Auswirkungen erst in der Zukunft spüren werden.“ (lk)

Foto: DIA

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