“Königsweg Betriebsrente” braucht frische Impulse

Die Zahl der Anwartschaften auf die betriebliche Altersversorgung ist in einem Jahrzehnt von rund fünfzehn auf über 20 Millionen gestiegen. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter aus Unternehmen, die eine betriebliche Altersversorgung anbieten, entscheiden sich für eine solche Offerte, ergab eine Studie der Zurich Versicherung.

Sowohl der Anteil der Unternehmen mit bAV-Angebot als auch die Zahl der Betriebsrentner ist gestiegen. Allerdings schneidet die Bundesrepublik Deutschland im europäischen Vergleich eher schlecht ab. In Frankreich und der Schweiz gibt es eine verpflichtende Betriebsrente für die Arbeitnehmer, bei unseren holländischen Nachbarn regeln Tarifverträge das betriebliche Altersversorgungswerk, was auf quasi obligatorische Vereinbarungen hinausläuft.

In Großbritannien kann man wählen, ob man sich über eine individuelle Vertragsvereinbarung, die Firma oder ein staatliches Universalangebot absichern will. In all diesen Ländern erwachsen daraus Ansprüche auf eine Zusatzrente, die zumeist ein Drittel bis zur Hälfte der Alterssicherung ausmachen. Zahlen,von denen deutsche Beschäftigte nur träumen können.

Einfacher und attraktiver

Seit 2002 hat jeder Beschäftigte einen Anspruch auf Entgelt-Umwandlung, das heißt, dass der Arbeitgeber einen bestimmten Anteil des Gehalts in einen Vertrag einzahlt.

Dadurch sollten die durch die Absenkung der gesetzlichen Rente entstehenden Lücken geschlossen, den Arbeitnehmern gleichzeitig ermöglicht werden, ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Der Staat erlässt Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auf die Sparleistungen.

Häufig geben die Unternehmen bei der Realisierung dieses Modells noch Zuschüsse hinzu, weil auch sie durch die nominell sinkenden Löhne Sozialabgaben sparen. Obwohl Mitnahmeeffekte bei staatlichen Leistungen hierzulande durchaus populär sind, registriert man bei der Betriebsrente eher einen gegenläufigen Trend.

Auch sind die Sparsummen eher bescheiden, sodass das Geld aus den Versorgungskassen nicht wie in der Schweiz die Hälfte der Rente, sondern kümmerliche fünf Prozent ausmacht.

Seite drei: Was die Arbeitnehmer wünschen

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