17. Juli 2015, 11:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

KV-Schutz aus dem Ausland: Bafin warnt vor Risiken

Versicherer aus anderen Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums, sogenannte EWR-Dienstleister, können deutschen Bürgern von ihrem ausländischen Sitz aus Krankenversicherungsschutz gewähren. Die Bafin beobachtet eine Zunahme solcher Angebote und weist Verbraucher und Vermittler auf mögliche Risiken hin.

EWR-Dienstleister

EWR-Dienstleister sind private Versicherungsunternehmen mit Sitz in einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums, die Deutschen von ihrem ausländischen Sitz aus Krankenversicherungsschutz gewähren.

Wie die Finanzaufsicht Bafin in ihrer aktuellen Publikation “Bafin Journal 7/2015” ausführt, sind Versicherer, die in einem Mitgliedstaat zugelassen sind, grundsätzlich in der gesamten Gemeinschaft zugelassen.

Konflikt mit englischen EWR-Dienstleistern

So unterliegen Versicherungsverträge, die mit EWR-Dienstleistern geschlossen wurden, dem deutschen Recht. Die Vertragsregelungen dürfen von den im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegten Vorschriften für die Krankenversicherung nicht zum Nachteil des Versicherungsnehmers abweichen.

Zudem bestimmt der Paragraf 215 VVG, dass das jeweils örtliche Gericht für Klagen aus dem Versicherungsvertrag oder der Vermittlung zuständig ist, in dessen Bezirk der Versicherungsnehmer wohnt.

Allerdings hat sich laut Bafin gezeigt, dass die Vertragsregelungen englischer EWR-Dienstleister teilweise die Anwendung des englischen Rechts vorsehen. Streitigkeiten zwischen Versicherer und Versichertem könnten somit zu Problemen bezüglich der Zuständigkeit der Gerichte führen.

Versicherter ist doppelt bestraft

Ein weiterer Knackpunkt ist der Bafin zufolge der Leistungskatalog in der Pflichtkrankenkostenversicherung. Dieser weiche bei EWR-Dienstleistern oftmals von den deutschen Vorgaben ab und könne bei einem eingeschränkten Leistungsumfang schwerwiegende Folgen für den Versicherten haben.

Zum einen ergäben sich für ihn Nachteile aus dem schlankeren Leistungspaket des EWR-Dienstleisters, zum anderen komme er seiner deutschen Versicherungspflicht nicht nach.

Seite zwei: Nachteile bei der Pflegeversicherung

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Provinzial NordWest: Kerngesund und kraftvoll trotz Orkanschäden

Die Provinzial NordWest hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut sehr erfolgreich als wachstums- und ertragsstarker Versicherungskonzern im Markt positioniert. Mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 3,46 Mrd. Euro wuchs der zweitgrößte öffentliche Versicherer deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Markt ist in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung (inkl. Pensionskassen und Pensionsfonds) um 2,3 % gewachsen.

mehr ...

Immobilien

Immobilien: Wann der Käufer Schadensersatz fordern kann

Der vertragliche Haftungsausschluss ist kein Tor zur Narrenfreiheit: In seinem Urteil vom 9. Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof geklärt, wann trotz eines vertraglich zugesicherten Haftungsausschlusses des Verkäufers ein Schadenersatzanspruch aufgrund von Sachmängeln bestehen kann (Az.: V ZR 274/16). Ein Beitrag von Philipp Takjas, McMakler

mehr ...

Investmentfonds

“Hoher Investitionsbedarf treibt die Kurse”

Aktien von Infrastrukturunternehmen gelten in Krisenzeiten als deutlich stabiler als der breite Markt. Warum das so ist und welche weitere Vorteile Investments in das Segment Infrastruktur bieten, erklärt Susanne Linhardt, Senior Portfolio Managerin Aktien bei Bantleon, im Gespräch mit Cash.

mehr ...

Berater

Erneut Kritik an der Grundrente durch die Union

Nach Überzeugung von CDU/CSU führt die Grundrente nach dem Konzept der SPD zu einer überproportionalen Besserstellung von Teilzeitbeschäftigten, bevorzugt Partnerschaften nach traditionellem Rollenmodell und sorgt für deutlich höhere Aufwertungen von Renten als im Koalitionsvertrag vorgesehen. Dies geht aus Berechnungen im Auftrag der Union hervor, die der Düsseldorfer “Rheinischen Post” vorliegen.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

BVK: Provisionsdeckel frühestens ab März 2020

Der von der Großen Koalition geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wird in diesem Jahr nicht mehr in Gesetzesform gegossen. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht davon aus, dass das Gesetzesvorhaben nicht vor März 2020 umgesetzt wird. Das teilte er in einer Pressekonferenz des BVK in Kassel mit.

mehr ...