Anzeige
2. Oktober 2015, 08:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: “Wer kein Risiko eingeht, geht ein Risiko ein”

Schrögenauer: Man hört leider immer wieder, dass auch 2016 noch ein Übergangsjahr sein wird, aber ich habe mich eher drauf eingestellt, dass wir den Übergang noch dieses Jahr erleben werden. Wir stellen im Übrigen fest, dass der Vertrieb nicht einzelne Produkte bei uns bestellt – auch nicht die Indexpolice –, sondern einfach ein sauberes Produktangebot wünscht. Da haben wir gefühlt im Moment einen Vorteil, weil das Markenversprechen von Zurich extrem hoch ist. Das heißt die Endkundenwahrnehmung ist extrem hoch, und das verschafft uns einen Vertrauensvorsprung. Diesen wollen wir nutzen im Sinne einer transparenten und ehrlichen Produktgestaltung. Hier haben wir eine besondere Ethikverantwortlichkeit, das gilt insbesondere auch für die Produktgenehmigung in unserem Heimatmarkt.

Herr Dr. Mischler, als britischer Versicherer dürfte Standard Life womöglich besser auf die Auswirkungen des LVRG vorbereitet sein als so mancher hiesige Anbieter – kann man das so sagen?

Mischler: Das kann man so sagen. Die zentralen Regelungen des LVRG betreffen ausschließlich klassische deutsche Produkte und haben keine direkten Auswirkungen auf uns. Die Forderung nach einer transparenten Offenlegung der Kosten erfüllen wir bereits seit 2008. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren weitere Regulierungsmaßnahmen folgen werden, um den Schutz der Verbraucher zu fördern und mehr Transparenz für den Kunden zu schaffen. Wie weit die Regulierung gehen kann, zeigt das Beispiel Großbritannien. Hier hat der Gesetzgeber seit knapp dreißig Jahren kontinuierlich in den Markt eingegriffen und zuletzt sogar ein Provisionsverbot eingeführt. Gesellschaftspolitisch ist das mit gewissen Risiken verbunden, denn nicht jeder britische Kunde kann und will sich die hochwertige Beratung leisten. Der ausschließliche Fokus auf Honorarberatung kann dazu führen, dass viele Kunden auf eine professionelle persönliche Beratung verzichten und sich im Internet auf die Suche nach standardisierten Produkten für ihre Altersvorsorge machen – und die Beratung im Internet ist sicherlich jedem anderen Beratungsmodell unterlegen.

Wie lautet Ihre Empfehlung an den Gesetzgeber?

Mischler: Man sollte beide Beratungs- und Vergütungsmodelle, also die Provisions- und die Honorarberatung, parallel bestehen lassen. Zusätzlich sollte es sicherlich mehr Flexibilität geben. Die Abschlussprovisionen werden sinken, im Gegenzug werden laufende Provisionen und die Honorarberatung weiter an Bedeutung gewinnen. Es ist sehr wichtig, dass die Kunden während der Laufzeit gut beraten werden. Die Beratung vor Abschluss ist in den meisten Fällen schon relativ gut – das kann man über die Beratungsprotokolle nachweisen. Wo wir hin müssen, ist, eine sehr gute laufende, nachhaltige Beratung des Kunden sicherzustellen. Aus Sicht der Makler wird es ganz entscheidend sein, dem Kunden den Wert der Beratung zu vermitteln.

Das Gespräch führte Lorenz Klein.

Fotos: Florian Sonntag

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Zinszusatzreserve: “Korridormethode bringt zehn Milliarden Euro Entlastung – allein 2018“

Die Kölner Rating-Agentur Assekurata kritisiert in ihrem diesjährigen Marktausblick zur Lebensversicherung 2018 erneut die gegenwärtige Berechnungsmethodik zum Aufbau der Zinszusatzreserve (ZZR) und mahnt eine Umstellung auf die Korridormethode an. Diese war von der deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erarbeitet worden.

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne fallen deutlich stärker als erwartet

Die US-Bauwirtschaft hat sich im Juni enttäuschend entwickelt. Die Wohnungsbaubeginne sanken so stark wie seit November 2016 nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Größtes Freihandelsabkommen der EU

Während Donald Trump sämtliche Handelsvereinbarungen platzen lässt und zusätzlich Strafzölle verhängt, hat die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Ökonomen freuen sich über die Rückkehr der Vernunft, aber Verbraucherschützer sind alarmiert.

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB-Tochter gewinnt Großanleger aus Belgien

Die MPEP Management Luxembourg S.à r.l. (MPEP), ein Tochterunternehmen des Private Equity Spezialisten RWB Group, hat die Zusage über ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von einem alternativen Investmentfonds erhalten, der von Degroof Petercam verwaltet wird.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...