13. November 2015, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Der Versicherungsmakler ohne App: Ja geht denn das?

Die Digitalisierung der Branche setzt auch Makler unter Druck. Immer mehr Anbieter entwickeln Apps für Maklerkunden. Einen echten Mehrwert bieten diese jedoch bisher nicht, meint Versicherungsmakler Peter Przybilla. Kommentar von Peter Przybilla, Hengstenberg & Partner

Der Versicherungsmakler ohne App: Ja geht denn das?

Peter Przybilla: “Die allermeisten dieser Start-ups sind noch viel zu klein, um am Markt wirklich Spuren zu hinterlassen.”

Sie sind Versicherungsmakler und haben noch keine App für ihre Kunden? Wo haben Sie die letzten Jahre verbracht? Hinter dem Mond? Das ungefähr muss man sich derzeit immer häufiger fragen lassen, denn scheinbar benötigen auch wir Versicherungsmakler jetzt nichts dringender als eine App, um vor unseren Kunden bestehen zu können.

Handlungsbedarf oder Panikmache

Wer in solchen Diskussionen standhaft bleibt und sich skeptisch gibt, dem wird ein Schreckensszenario von epischer Tragweite vor Augen geführt: Smartphones lösen den PC ab, Apps werden immer wichtiger und im Hintergrund lauern schon die Fintechs, also Start-up-Unternehmen im Finanzsektor, um den Markt für Banken und Versicherungen aufzurollen. Versicherungsmakler müssen deshalb schnell handeln, sonst werden sie vom Fortschritt einfach weggefegt.

Aber stimmt das auch? Und woher kommen diese Eile und Panikmache? Ich bestreite nicht, dass Smartphones immer wichtiger werden. Dazu muss ich mich nur in der S-Bahn und U-Bahn umsehen. Jeder starrt in sein Smartphone, es gibt keine Papier-Zeitungsleser mehr.

Davon abgesehen machen Experten darauf aufmerksam, dass zwar die Zahl der verfügbaren Apps in die Millionen geht und immer weiter steigt, bei der Nutzung jedoch längst eine Sättigung eingesetzt hat: Die Anzahl der genutzten Apps stagniert, während die Nutzungsdauer weiter zunimmt. Im Klartext: Die Smartphone-Nutzer konzentrieren sich auf relativ wenige Apps, mit denen sie jedoch immer Zeit verbringen. Facebook und WhatsApp lassen grüßen.

 

Seite zwei: Fintechs sind keine große Gefahr

Weiter lesen: 1 2

2 Kommentare

  1. …..na ja Herr Przybilla, das Internet wird sich auch langfristig nicht durchsetzen. Also werden Sie wohl Recht haben. Nur der Blinde kann nichts dafür, das er nichts sieht. Wie wäre es mit voran gehen, statt hinterher zu hinken? Die einen machen Panik, da haben Sie schon Recht. Aber die anderen verpennen die Zeichen der Zeit. Hochmut kommt immer vor dem Fall.

    Kommentar von Ralf Conrath — 17. November 2015 @ 21:43

  2. Versicherungsmakler Peter Przybilla irrt sich in mehreren Punkten

    1) Einen potentiellen Wettbewerber klein reden ist eine Möglichkeit mit dem Umgang einer sich andeutenden Verschiebung der Marktmacht, aber sicher nicht sonderlich ratsam.

    2) Dass FinTechs bzw. Versicherungs-App aufgrund ihrer jetzigen Größe keine große Gefahr darstellen halte ich auch für sehr zweifelhaft. Viele Global Player und Weltmarktführer waren in der Vergangenheit kleine, unbedeutende Startups und Garagen-Gründungen).

    3) Auch die Fragestellung von Peter Przybilla auf die Bedeutung der neuen Versicherungs-Apps ist meiner Meinung nach zu korrigieren:
    Die Frage ist doch nicht, ob der Kunde eine selbst entwickelte App seines Versicherungsmaklers installieren will oder nicht. Das wollen Kunden definitiv nicht. Die Frage, die sich Vermittler in Bezug auf Apps stellen müssen, ist wie immer dieselbe: Was will der Kunde?

    Meiner Meinung nach erwartet ein technik-affiner Kunde eine App mit der er all seine Verträge verwalten kann inkl. Informationen über den Leistungsumfang des bisherigen Versicherungsschutzes sowie Hinweise auf potentielle Versicherungslücken – unabhängig von Versicherern und Vermittlern. Dies ist ähnlich wie bei der Verwaltung von Bankkonten; Hier will ich als Kunde eine Software mit der ich all meine Konten – unabhängig von der jeweiligen Bank – verwalten kann.

    Makler und Vermittler können schon heute – ohne großen technischen Aufwand – FinTech-Startups durch den digitalen Versicherungsordner Paroli bieten

    4) Eine potentielle Bedrohung klein reden, selbst keine Lösung anzubieten und letztendlich dann Maklerdienstleister wie Vema als Problemlöser in der Pflicht zu sehen (wofür, wenn FinTechs angeblich keine Gefahr ddarstellen?), ist der Höhepunkt dieses abstrusen Artikels. Mit einem digitalen Versicherungsordner sind FinTechs bzw. Versicherungs-App derzeit relativ einfach in Schach zu halten.

    Fazit: Hauptsache PR in eigener Sache und die Welle der Digitalisierung bzw. Versicherungs-App geritten

    Kommentar von Marcus Dippold — 16. November 2015 @ 13:15

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Risikolebensversicherung: Raucher zahlen ordentlich drauf

Wer einen Baukredit abzahlt oder Alleinverdiener der Familie ist, für den kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Die Versicherung zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Finanztip hat die Preise für 30 Musterkunden für verschiedene Laufzeiten, Berufe und Hobbys abgefragt. Für eine Versicherungssumme von 200.000 Euro über 20 Jahre lagen die Beiträge meist zwischen 100 bis 400 Euro im Jahr – in einigen Fällen verlangten Anbieter aber mehr als 1.000 Euro. 

mehr ...

Immobilien

„Die traditionelle Innenstadt wird niemals sterben“

Die Hamburger Innenstadt benötigt dringend eine Reurbanisierung, da die Innenstadt an Attraktivität zum Wohnen verloren habe. Vier Schlüssel dienen zum Erfolg der Maßnahmen: Mehr Wohnen, Hotel, Gastronomie und Entertainment. Ein Kommentar von Richard Winter, Niederlassungsleiter von JLL Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

Pflegekosten: Nur jeder Zweite wäre bereit, Einkommen und Rücklagen zur Finanzierung einzusetzen

Zwei Drittel aller Deutschen unterschätzen den Anteil, den man für professionelle Pflege aus eigener Tasche bezahlen muss, so eine repräsentative Umfrage. Knapp jeder Zweite meint, dass die gesetzliche Pflegeversicherung alle Kosten trägt – ein fataler Irrtum.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...