12. November 2015, 11:12
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BU-Schutz: Von den Grenzen der Nachversicherungsgarantie

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sollte man so früh wie möglich abschließen. Ändern sich bestimmte Lebensumstände bieten fast alle Versicherer eine Erhöhung der versicherten BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung an – dies gilt in der Regel aber nicht für die Risikoprüfung.

Gastbeitrag von Gerd Kemnitz, Versicherungsmakler

Nachversicherungsgarantie

Versicherungsmakler Gerd Kemnitz: “Welchen Wert hat eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung, wenn die versicherte Person zum Zeitpunkt der gewünschten Nachversicherung einen anderen, risikoreicheren Beruf ausübt?”

Eine BU sollte man bekanntlich so zeitig wie möglich abschließen. Denn in jungen Jahren hat man meistens noch den besten Gesundheitszustand und die zu zahlenden Beiträge sind noch relativ niedrig.

Versicherungsbedarf steigt mit den Jahren

Auch die zunehmende Berufsgruppendifferenzierung zwingt viele Interessenten eines so genannten Risikoberufs, den BU-Schutz schon als Schüler oder Student – also vor Beginn der risikoreichen Berufstätigkeit – abzuschließen.

Doch gerade für Schüler, Studenten und Auszubildende begrenzen viele Versicherer die versicherbare BU-Rente. Außerdem steigt der Versicherungsbedarf erst im Laufe der Jahre mit der beruflichen Karriere bzw. mit der Gründung einer Familie.

Dann muss die versicherte BU-Rente dem erhöhten Bedarf angepasst werden können. Damit wächst die Bedeutung einer verbraucherfreundlichen Nachversicherungsgarantie.

Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

Nahezu alle Versicherer bieten entsprechend ihren Versicherungsbedingungen zu bestimmten Anlässen, wie beispielsweise bei:

-> Heirat,

-> Geburt oder Adoption eines Kindes,

-> Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit nach der Berufsausbildung bzw. nach Erreichen eines akademischen Abschlusses,

-> Kauf einer selbstgenutzten Immobilie ab einem bestimmten Verkehrswert oder

-> einem größeren Gehaltssprung

innerhalb einer vorgeschriebenen Frist eine Erhöhung der versicherten BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung an.

Seite zwei: Knackpunkt Risikoprüfung

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3 Kommentare

  1. Leider kann ich der Argumentation von Herrn Franke nicht folgen. Sie ist auch unlogisch, denn in den Versicherungsbedingungen steht ja auch nicht, dass der Versicherer bei Abschluss eines Vertrages eine vollständige Risikoprüfung vornimmt. Trotzdem ist es natürlich Recht des Versicherers, zu entscheiden, ob er ein Risiko übernehmen möchte.

    Kommentar von Matthias Helberg — 17. November 2015 @ 10:08

  2. @Michael Franke: Die meisten Versicherer räumen dem Versicherungsnehmer das bedingungsgemäße Recht ein, „die Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung“ zu erweitern bzw. zu erhöhen. Ich habe Ihren Kommentar jetzt so verstanden, dass Sie aus dieser Formulierung eine Nachversicherungsmöglichkeit ohne weitere Voraussetzungen (z.B. ohne Prüfung des Berufsrisikos) ableiten und den Zusatz „ohne erneute Gesundheitsprüfung“ lediglich als so genannte Klarstellung betrachten.

    Nach meiner Ansicht kann man den Zusatz „ohne erneute Gesundheitsprüfung“ aber auch als diese Voraussetzung betrachten, von welcher der Versicherer die Nachversicherung abhängig machen will. Anderenfalls hätte der Versicherer entweder ganz auf diesen Zusatz verzichten oder den Zusatz „ohne erneute Risikoprüfung“ wählen können.

    Und da es bei Versicherungsbedingungen auf jedes Detail ankommt, finde ich ich es für den Verbraucher nach wie vor eindeutiger und sicherer, wenn der Versicherer im Rahmen seiner Nachversicherung nicht nur auf eine „erneute Gesundheitsprüfung“ sondern umfassender auf eine „erneute Risikoprüfung“ verzichtet.

    Kommentar von Gerd Kemnitz — 14. November 2015 @ 20:55

  3. Prüfung des Berufsrisikos bei der Ausübung von Erhöhungsoptionen?
    Es ist genau umgekehrt: Wenn ein Versicherer ein bedingungsgemäßes Recht von weiteren Voraussetzungen – hier: Risikoprüfung – abhängig machen will, so muss er sich dieses Recht ausdrücklich einräumen. Er muss keinen Verzicht auf ein Recht erklären, das er nicht hat. Selbstverständlich kann der Versicherer eine Klarstellung bringen – aber das verbessert den Versicherungsschutz nicht.

    Kommentar von Michael Franke — 13. November 2015 @ 08:10

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