20. März 2015, 09:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nahles-Rente: “Wir brauchen kein neues tarifliches Zwangssystem”

Cash. sprach mit Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement und verantwortlich für die betriebliche Altersversorgung (bAV) bei HDI, über die aktuellen politischen Pläne zur Betriebsrente und seine Vorschläge, wie die bAV-Teilnahme unter Geringverdienern gesteigert werden kann.

Tarifrente

Fabian von Löbbecke; HDI: “Gerade Geringverdiener müssen motiviert werden, mehr für ihre Altersvorsorge zu tun.”

Cash.: Um die betriebliche Altersversorgung in Deutschland voranzubringen schlägt das Bundesarbeitsministerium vor, dass die Tarifvertragsparteien überbetriebliche Pensionskassen oder Pensionsfonds gründen, in die auch kleinere, nicht tarifgebundene Unternehmen einzahlen können. Was stört Sie an dem Vorschlag?

von Löbbecke: Grundsätzlich begrüßen wir das Vorhaben der Bundesregierung, die bAV zu stärken. Gerade bei kleineren Unternehmen ist dies notwendig, da hier nur ein Drittel der Beschäftigten eine Betriebsrente besitzen. Leider schießen die Pläne von Frau Nahles über das Ziel hinaus. Die wahre Sprengkraft liegt darin, dass die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Das wurde mit dem Tarifautonomiestärkungsgesetz bereits im letzten Jahr verabschiedet. Das bedeutet, die Tarifrente würde auch für Betriebe gelten, die gar nicht tarifgebunden sind. Das könnte gerade bei der Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen zu hohen finanziellen Belastungen führen und den guten Ruf der bAV gefährden.

Die Versicherungswirtschaft hat ihrerseits viele Vorschläge gemacht, wie die Verbreitung der bAV verbessert werden kann. Sind Sie enttäuscht, dass die Politik nun neue Vorschläge macht, statt auf die Forderungen der Branche einzugehen?

Die Politik macht es sich leicht, indem sie neben ein bewährtes System einfach ein Neues stellt. Wir brauchen aber kein neues tarifliches Zwangssystem. Das schafft keine Vereinfachung, sondern würde alles nur noch komplexer machen. Wir haben schon heute in der bAV fünf Durchführungswege mit unterschiedlichen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Regeln und komplexen Vorschriften zur Bilanzierung. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen brauchen aber eine einfachere bAV und Planungssicherheit.

Seite zwei: “Nahles weht scharfer Gegenwind ins Gesicht”

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

JDC Group steigert Umsatz und Ergebnis weiter

Die JDC Group AG bestätigt mit den heute veröffentlichten Zahlen zur Unternehmensentwicklung im ersten Halbjahr 2019 den Erfolg der Strategie des Konzerns. Der Umsatz ist im Halbjahresvergleich um rund 18 Prozent auf 52,5 Mio. EUR gestiegen (1. HJ 2018: 44,5 Mio. EUR). Der Umsatz des Geschäftsbereichs Advisortech stieg um rund 22 Prozent auf 44,4 Mio. EUR. Der Geschäftsbereich Advisory konnte seinen Umsatz um rund 6 Prozent auf 12,9 Mio. EUR steigern.

mehr ...

Immobilien

„Die traditionelle Innenstadt wird niemals sterben“

Die Hamburger Innenstadt benötigt dringend eine Reurbanisierung, da die Innenstadt an Attraktivität zum Wohnen verloren habe. Vier Schlüssel dienen zum Erfolg der Maßnahmen: Mehr Wohnen, Hotel, Gastronomie und Entertainment. Ein Kommentar von Richard Winter, Niederlassungsleiter von JLL Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

Beginnt nun der gravierende Produktwandel in der Versicherungslandschaft?

Mehr als jeder dritte Versicherer (35 Prozent) will seine Produktlandschaft bis 2022 gravierend verändern. Die Branche reagiert damit unter anderem auf den geplanten Provisionsdeckel für bestimmte Lebensversicherungsprodukte und den harten Preiskampf in der Sachversicherungssparte. Vier von zehn Versicherern wollen das Geschäft mit Total-Care-Paketversicherungen und Anti-Hacking-Policen ankurbeln. Das ergibt die Studie “Branchenkompass Insurance 2019” von Sopra Steria Consulting.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...