21. September 2015, 12:34
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Versicherungsmarkt Deutschland: Rule Britannia?

Anfang 2013 wurden in Großbritannien die Provisionen für Vorsorgeprodukte abgeschafft. Wie die “Retail Distribution Review” (RDR) den Vermittlermarkt im Königreich verändert hat und ob Deutschland ein ähnliches Szenario bevorsteht, wurde am Donnerstagabend in der britischen Botschaft in Berlin diskutiert.

Versicherungsmarkt Deutschland: Rule Britannia?

Die Teilnehmer auf dem Podium (von links): Joerg Krause, Bafin; Ed Smith, FCA; Lars Gatschke, Verbraucherzentrale Bundesverband; Marc Surminski, Zeitschrift für Versicherungswesen; Hato Schmeiser, Universität St. Gallen; Paul Matthews, Standard Life.

Irgendwo stand mal zu lesen, dass Hamburg die britischste Stadt in Deutschland sei. Es war also ganz gewiss kein Zufall, dass der Moderator aus der Hansestadt die Panel-Diskussion zum Thema “Parallelen und Perspektiven im Versicherungsmarkt Großbritanniens und Deutschlands” mit einer leichten Brise britischen Humors in Fahrt brachte.

Vermittler in Deutschland fühlen sich entfremdet

Dr. Marc Surminski, Chefredaktuer der “Zeitschrift für Versicherungswesen”, erzählte bewundernd, dass Gastgeber Paul Matthews, Großbritannien- und Europa-Chef des britischen Versicherers Standard Life, einst Kapitän der englischen U21-Rugby-Mannschaft war: “Es gibt wohl keinen deutschen Versicherungsvorstand, der das von sich behaupten kann.” Surminski ergänzte, dass Matthews auch mal der erfolgreichste Vermittler bei Standard Life war. “Es gibt wohl keinen deutschen Versicherungsvorstand, der das von sich behaupten kann”, wiederholte der Journalist – Beifall und Lacher im Publikum, das zum Großteil aus Maklern bestand, waren ihm sicher.

Die Reaktion zeigt, dass sich die Vermittler in Deutschland entfremdet fühlen. Viele wollen einfach nur ihrer Beratungsarbeit nachgehen, sie fühlen sich aber gegängelt von Regulierungsvorgaben, die in der Regel nicht von Leuten erdacht und umgesetzt werden, die selbst schon einmal Kundengespräche geführt haben.

“Viele Produkte nicht im besten Interesse des Kunden gewesen”

Insofern war es für Ed Smith von der Financial Conduct Authority (FCA), dem britischen Pendant zur Bafin, sicherlich ein Gastspiel, bei dem sein Fan-Anhang bequem in der ersten Stuhlreihe hätte Platz finden können. Smith, der als Head of Banking, Lending and Protection der FCA maßgeblich an der Umsetzung des Provisionsverbots in Großbritannien beteiligt war, verteidigte die RDR-Reform vehement.

Seite zwei: Fallen Geringverdiener in Großbritannien durch die Beratungslücke?

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