15. Juni 2015, 08:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Zinszusatzreserve wirkt disziplinierend auf Lebensversicherer”

Im zweiten Teil des Cash.-Interviews spricht Michael Haid, Senior Analyst bei der MainFirst Bank AG, über mögliche Strategien, die den Lebensversicherern im Niedrigzinsumfeld zur Verfügung stehen.

Zinszusatzreserve

“Wir gehen davon aus, dass der politische Druck auf die Branche groß sein wird, eine Lösung für in Schwierigkeiten geratene Lebensversicherer zu finden”.

Cash.: Ihr Haus erwartet, dass der Branche der Lebensversicherer ein “Umwälzungsprozess” bevorsteht. Wie wird dieser Prozess ablaufen?

Haid: Über die Zeit hinweg werden die Lebensversicherer im jetzigen Niedrigzinsumfeld in zunehmendem Maße Probleme bekommen. Diese umfassen sowohl das Neugeschäft, das angesichts der hohen Abschlusskosten in Relation der Kapitalmarktzinsen unter Druck gekommen ist, als auch den Bestand. Wir gehen davon aus, dass der Branche ein Rekapitalisierungs- und Konsolidierungsprozess bevorsteht, der sich allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg streckt.

Das heißt, viele Lebensversicherer werden Kapital aufnehmen beziehungsweise zurückbehalten, um ihre Solvabilität zu verbessern und die Solvency-II-Anforderungen zu erfüllen. Lebensversicherer, denen das nicht gelingt, müssen von anderen Lebensversicherern übernommen werden – ansonsten werden sie ein Fall für den Sicherungsfonds beziehungsweise für die Auffanggesellschaft Protektor. Wir gehen davon aus, dass der politische Druck auf die Branche groß sein wird, eine Lösung für in Schwierigkeiten geratene Lebensversicherer zu finden.

Welche Möglichkeiten bleiben den Gesellschaften, um gegenzusteuern? 

Wir haben in unserer Studie zehn Eskalationsstufen beschrieben, die ergriffen werden können, um dem Niedrigzinsumfeld zu begegnen. Einzelne Lebensversicherer werden ihr Neugeschäft einstellen oder Produkte mit geringen Garantien anbieten, die nur die Rückzahlung der einbezahlten Beiträge garantieren. Die Überschussbeteiligungen werden weiter gesenkt werden müssen und ein größerer Anteil in die Schlussüberschussanteile gesteckt werden, die größere Flexibilität erlauben.

Seite zwei: “Kosten einsparen und Effizienz erhöhen”

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Google: “Nicht der Kern unserer DNA“

Cash. sprach mit Jan Meessen, Industry Manager Insurance bei Google Deutschland, über die Unterstützung der Versicherungskonzerne bei der digitalen Transformation, einen möglichen Einstieg ins Versicherungsgeschäft und persönliche Beratung für “Digital Natives“.

mehr ...

Immobilien

Scheidung und Hausverkauf: Finanzielle Verluste vermeiden

Lassen sich Paare mit Immobilieneigentum scheiden, stehen sie vor der Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung geschieht. Der Immobiliendienstleister McMakler gibt Tipps, welche Schritte Paare unternehmen sollten, um finanzielle Verluste zu vermeiden und zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Volatilität ist zurück

Mit der Verunsicherung der Anleger bleibt auch die Volatilität an den Märkten. Doch Auslöser für die Schwankungen ist nicht allein Unsicherheit. Die Volatilität bleibt, aber das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen und Anleger können sich zudem schützen.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: IT-Vorstand Kim Hammonds tritt zurück

Der Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank geht weiter: Nach nur gut eineinhalb Jahren in der Topetage verlässt IT-Vorstand Kim Hammonds das größte deutsche Geldhaus, wie das Institut am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia-Investitionen in Irland und Deutschland

Die Patrizia Immobilien AG meldet den Ankauf eines Bürogebäudes in Dublin sowie von projektierten Studenten- und Businessapartments in Leipzig und Mainz.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...