Immobilienverkäufe federn bei Axa Katastrophenschäden ab

Der Verkauf von Immobilien und geringere Steuern haben den Versicherer Axa hohe Katastrophenschäden im ersten Halbjahr verschmerzen lassen. Unter dem Strich stand für die Zeit von Januar bis Juni ein Gewinn von 3,2 Milliarden Euro und damit vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Europas zweitgrößter Versicherer am Mittwoch in Paris mitteilte.

Axa
Der Versicherer Axa hat im ersten Halbjahr von einem guten Geschäft in Schwellenländern profitiert.

In der Lebens- und Krankenversicherung half eine starke Nachfrage aus Schwellenländern die Rückgänge in entwickelten Märkten abzufedern.

Dennoch schnitt der Rivale der Allianz unter dem Strich schlechter ab als von Analysten erwartet. An der Börse in Paris lag der Kurs der Aktie am späten Vormittag mit 0,78 Prozent im Minus bei 17,26 Euro.

Im eigentlichen Geschäft sah es nicht so gut aus

Im eigentlichen Geschäft sah es für Axa im ersten Halbjahr nicht ganz so gut aus. Sondereffekte wie Immobilien- und Beteiligungsverkäufe herausgerechnet, ging der Gewinn um drei Prozent auf 3,36 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz sank um ein halbes Prozent auf 54 Milliarden Euro.

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Nachfrage aus Schwellenländern federt Schwäche in Europa ab

Dabei drückten die heftigen Unwetter in Deutschland, Frankreich und Belgien spürbar aufs Ergebnis. Auch die Terroranschläge in Brüssel führten den Angaben zufolge zu höheren Versicherungsschäden – ebenso wie in der Kfz-Versicherung in Italien, Großbritannien und der Türkei. Von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft blieb nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb bei Axa daher insgesamt weniger übrig als im Vorjahr. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich von 96,9 auf 98,2 Prozent.

In der Lebens- und Krankenversicherung verdiente Axa nur dank eines Steuereffekts mehr als im Vorjahr. Während die Prämieneinnahmen um zwei Prozent sanken, stieg der Gewinn auf vergleichbarer Basis um vier Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Den Versicherern machen die Niedrigzinsen zu schaffen. Beim Umsatz konnte Axa dank der Nachfrage aus Schwellenländern den Rückgang in entwickelten Märkten wie in Europa abfedern.

Sparprogramm bis 2020

Der künftige Unternehmenschef Dr. Thomas Buberl hat dem Konzern auf dem Weg in die Digitalisierung ein milliardenschweres Sparprogramm verordnet. Bis zum Jahr 2020 sollen die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Euro vor Steuern sinken. Zugleich will der Konzern mehr Geld in digitale Angebote und den Kauf anderer Unternehmen stecken: Pro Jahr soll dafür rund eine Milliarde Euro ausgegeben werden.

Der vorige Axa-Deutschland-Chef Buberl war im März zum Nachfolger von Henri de Castries an der Konzernspitze berufen worden und soll die Führung im September übernehmen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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