2. Juni 2016, 19:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Für wen macht die Basisrente Sinn?

Obwohl sie bereits seit über zehn Jahren staatlich gefördert wird, bleibt die Basisrente mit unter zwei Millionen Verträgen deutlich hinter ihren Möglichkeiten in der privaten Altersvorsorge zurück. Dabei kann das Produkt bei guter Planung ganz vorzüglich funktionieren. Gastbeitrag von Frank Nobis, Institut für Vorsorge und Finanzplanung.

 in Für wen macht die Basisrente Sinn?

Frank Nobis, IVFP: “Man sollte mit dem Gerücht aufräumen, dass die Basisrente nur für Selbstständige sinnvoll sei.”

Seit 2002 wurden über 16 Millionen Riester-Verträge und circa 7,5 Millionen Direktversicherungen in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) abgeschlossen. Wie ist angesichts dieser imposanten Zahlen der Dornröschenschlaf des dritten staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukts zu erklären?

Kein leichter Start

Zugegeben – die Basisrente hatte im Jahr 2005 einen schwierigen Start. Mit einem Geburtsfehler ausgestattet, wirkte der steuerliche Vorteil gerade bei ihrer wichtigsten Zielgruppe nicht, den Selbstständigen. Dieser Fehler wurde schließlich mit dem Jahressteuergesetz 2008 rückwirkend behoben. Seitdem ist jeder in eine Basisrente eingezahlte Euro steuerlich wirksam.

An diesem Geburtsfehler kann man den tiefen Schlaf also nicht festmachen. Liegt es an der gesetzlichen Ausgestaltung der Basisrente? Immerhin gilt sie als wenig flexibel und darf nur als Rente zur Auszahlung kommen. Zudem darf sie angeblich nicht vererbt werden, eine Übertragung, Beleihung und Veräußerung zudem nicht erfolgen.

Basisrente ist Rentenergänzung

Diese Restriktionen klingen sperrig, sind allerdings durch eine kluge Vertragsgestaltung und passgenaue Beratung weitgehend auszuräumen. Vor allem muss die Basisrente als das betrachtet werden, was sie ist: ein Baustein zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos und damit zur Vermeidung der Altersarmut.

Wenn man also den Sinn dieser Rentenergänzung akzeptiert hat, sollte man sich auf die enormen Renditevorteile der Basisrente für eine Zielgruppe von mindestens 15 Millionen Potenzialkunden konzentrieren.

Risikofaktor langes Leben

Für wen ist die Basisrente interessant? Eine Basisrente kann im Gegensatz zur Riester-Rente und der bAV grundsätzlich jeder abschließen. Und grundsätzlich jeder ist auch vom “Risiko” des langen Lebens betroffen. Wir leben nun mal immer länger. Dies wurde mit der gerade aktualisierten Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes wieder eindrucksvoll bewiesen.

So stieg in den letzten zehn Jahren die Lebenserwartung von Männern um zwei Jahre und drei Monate. Bei den Frauen sind es immerhin noch ein Jahr und sechs Monate. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen älter als 90 Jahre werden, liegt mittlerweile bei über 53 Prozent.

Seite zwei: Grenzsteuersatz ist entscheidend

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Seht gut und trffend, hier liegen Vorsorgepotentiale, denen man der Zielgruppe mit den hier genannten Hinweisen excelent vermitteln kann.

    Kommentar von Dieter Machalett — 6. Juni 2016 @ 12:02

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Standard Life: 600.000 Verträge und 26 Milliarden Euro nach Irland übertragen

Während im britischen Parlament wegen des Brexits immer noch die Fetzen fliegen, ist Standard Life deutlich weiter. Das oberste schottische Zivilgericht (Court of Session) hat dem Plan zugestimmt, die Verträge von der schottischen Standard Life Assurance Limited auf die irische Standard Life International DAC zu übertragen.

mehr ...

Immobilien

Crowdinvesting: Stellen Sie sich breit auf!

Immobilien stellen das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvest-Segment 
in Deutschland dar. Mit den regulatorischen Vorgaben für Privatanleger haben sich die Anbieter zwar arrangiert, hätten aber auch nichts dagegen, wenn die Bundesregierung sie kippen würde. Teil Eins

mehr ...

Investmentfonds

“Chancen ergeben sich aus der Ineffizienz der Kapitalmärkte”

Lohnt es sich trotz der ernüchternden Ergebnisse in 2018 in Value-Strategien zu investieren? Darüber hat Cash. mit Andreas Wosol gesprochen. Wosol ist Head of Multi Cap Value & Senior Portfolio Manager des Amundi European Equity Value.

mehr ...

Berater

“Deutsche Commerz”: Mitarbeiter kämpfen gegen Fusion

Gewerkschaften machen von Anfang an Front gegen ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen. Verdi will nun Kräfte bündeln. Auch die EU-Kommission meldet sich zu Wort.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...