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1. Dezember 2016, 09:59
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“bAV-System wird komplexer und die Vermittlung schwerer”

Die Assekuranz sieht die geplante Betriebsrenten-Reform kritisch – doch wie wird sie von Beratern beurteilt? Macht sie die Vermittlung von bAV-Produkten leichter oder schwerer? Cash.Online hat mit Elke Scholz-Krause, geschäftsführende Gesellschafterin der Finanzberatung ESK Cityfinanz GmbH, gesprochen.

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Elke Scholz-Krause: “Das ganze bAV-System wird wieder einmal komplexer.”

Cash.Online: Betriebsrenten sollen vor allem bei Geringverdienern und in kleineren Betrieben weiter verbreitet werden. Wird dieses Ziel mit der bAV-Reform erreicht?

Scholz-Krause: Aus meiner Sicht ist diese Möglichkeit zwar theoretisch vorhanden, ob tatsächlich bei Geringverdienern eine weitere Verbreitung erreicht werden kann, wage ich zu bezweifeln. Das ganze System der bAV wird wieder einmal komplexer, denn es wird eine bAV Welt I und eine bAV Welt II geben. Eine Unterscheidung zwischen “freier” bAV und bAV im Sozialpartnermodell wird einen hohen Beratungsbedarf hervorrufen. Doch wer soll diese komplexe Beratung durchführen? Kleine Betriebe werden sich einen bAV-Experten kaum leisten können, für den ein Honorar gezahlt werden muss.

Schauen wir uns allein das Beispiel der Förderung für Geringverdiener an. Der Arbeitgeber kann 30 Prozent seiner Aufwendungen steuerlich geltend machen, aber die Beiträge müssen in ein ungezillmertes Produkt fließen. Das heißt, es soll wieder einmal am Vertrieb gespart werden – also an der Beratung.

Tatsache ist, dass kaum ein kleiner Betrieb in der Lage sein wird, das noch komplexere System zu verstehen – also wird sich wenig verändern. Jede Firma, die sich eine fundierte Beratung auf Honorar leisten kann bzw. möchte, wird dazu beitragen, dass ihre Geringverdiener im Unternehmen für eine größere Verbreitung sorgen werden – aber ob das die “Masse” ist, darf bezweifelt werden.

Seite zwei: bAV-System wird noch komplexer

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1 Kommentar

  1. Das ergibt zwangsläufig und langfristig sicherlich einige Probleme, denn vom Gleichbehandlungsgrundsatz her ist eine Differenzierung von Zuschüssen kaum vertretbar. Die Kehrtwende der Haftungsthematik wird dann wie allgemein üblich mittelfristig auf den Vermittler übertragen.
    Wenn man diese Kehrtwende einmal im Zusammenhang mit dem Flexi G / I und dem FlexiG / II ( Lebensarbeitszeitkonten) betrachtet, sieht man, dass der Sozialminiterin jeglicher Schutzgedanke für die Mitarbeiter ( Geringverdiener ) abhandengekommen ist. Das sind Auswirkungen der Lobbyarbeit und es ist Wahlkampf.
    Das Flexigesetz II hat ein gutes System der freien Kapitalanlage derart zusammengestutzt, dass es kaum noch vernünftige Ansätze dafür gegeben hat. Man sollte die wertlosen Staatsanleihen kaufen die unser leider hochverschuldetes gerne ohne Zinsen Land ausgibt.
    Gleichzeitig hat man die Haftungssituation dermaßen verschärft, dass man diesen Bereich nahezu gänzlich sehr erfolgreich abgewürgt hat. Das passiert nun bei der bAV im umgekehrter Richtung. Keiner haftet wenn keiner eine Rente bekommt.
    Es braucht keine neuen Sozialpartnermodelle, die als politisch getarnte Hilfsmaßnahmen für die Versicherungswirtschaft daherkommen sondern die bestehenden Modelle sind vollkommen ausreichend. Man sollte nur den Förderrahmen erweitern, denn viele Betriebe zahlen längst freiwillig einen Zuschuss für die Mitarbeiter, die eine bAV annehmen.
    Dieses Sozialpartnermodell ist in der Tat ein “ganz linkes Ei”, das die tatsächlichen Umstände der Geringverdiener und Mitarbeiter gar nicht berücksichtigt sonder ein Hilfskonzept ( LVRG II ) für die stark angeschlagene Versicherungwirtschaft darstellt, die durch politisch vorgegebene Knebel durch Sterblichkeitsgewinne an der verdeckten Enteignung von sozial Schwachen kräftig verdienen kann. Die Moral von der geschicht : weil die Klugen immer nachgeben werden wir von den Dummen regiert.

    Kommentar von Uwe Hummel — 2. Dezember 2016 @ 11:13

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