31. Oktober 2016, 09:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Biometrie: Stimmt die Stoßrichtung der Lebensversicherer?

Vorsorgeprodukte zur Absicherung existenzieller Risiken wie Arbeitskraftverlust, Pflegebedürftigkeit und vorzeitiger Tod, stoßen in der Bevölkerung auf einen großen Bedarf – doch nicht immer folgt aus dieser Gewissheit auch Neugeschäft für die Versicherer.

Biometrie

Jürgen Riemer, Maklermanagement.ag: “Da immer noch viel zu wenig Menschen gegen die existenziellen Lebensrisiken abgesichert sind, sehe ich in der Biometrie weiterhin ein hohes Geschäftspotenzial und sehr gute Chancen für Makler.”

Es scheint, als hantierten die Lebensversicherer in Deutschland nach wie vor mit ihrem Navigationsbesteck herum, mit dem sie den Erfolgskurs erst noch ausfindig machen wollen oder diesen zumindest einigermaßen zu halten beabsichtigen.

Die Frage gleich mal weitergeben: Stimmt sie denn nun, die Stoßrichtung der Lebensversicherer?

“Es gibt weiterhin enorme Deckungslücken”

Ulrich Pasdika, Direktor und Leiter Marktbereich Leben/Kranken der General Reinsurance AG, kurz Gen Re, holt für die Antwort etwas weiter aus: “In Deutschland gibt es weiterhin enorme Deckungslücken in der Absicherung von biometrischen Risiken – in allen Bevölkerungsgruppen. Millionen junger Familien sind unzureichend gegen die finanziellen Folgen des Todesfalls eines Elternteils abgesichert. Denken Sie auch die Senioren, auf die im Pflegefall hohe Kosten für Pflegedienste und Pflegeheime zukommen.”

Besonders wichtig bleibe angesichts der geringen gesetzlichen Leistungen außerdem die Arbeitskraftabsicherung aller Erwerbstätigen, sagt Pasdika.

“Die Lebensversicherer treffen mit ihren Produktkonzepten also auf einen großen Bedarf und diversifizieren gleichzeitig ihr Geschäft, was angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen eine sinnvolle Strategie ist.”

Erfolg der Dialog

Zu den Lebensversicherern, bei denen die eingeschlagene Biometrie-Strategie bereits voll aufzugehen scheint, gehört die Dialog aus Augsburg, ein Tochterunternehmen des Versicherungsriesen Generali.

“Die Dialog Lebensversicherung verzeichnet seit ihrer Neupositionierung vor nunmehr 13 Jahren als Spezialversicherer für biometrische Risiken ein stetiges Wachstum. 2015 erzielte sie das zweithöchste Bestandswachstum in der deutschen Lebensversicherungsbranche”, sagt Dr. Hans-Jürgen Danzmann, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen.

Anfangs eher als Nischenorientierung abgetan, habe sich die Ausrichtung auf biometrische Produkte inzwischen zu einem “Renner” entwickelt, jubelt Danzmann.

Seite zwei: Missliebige Entwicklungen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt trotzt der Coronakrise

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten der Coronakrise weiter trotzen. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Pandemie intakt, heißt es in einer Prognose des Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

mehr ...

Investmentfonds

Grün hat viele Schattierungen

Nachhaltiges Anlegen ist facettenreich. Die Spanne der Strategien reicht dabei von diversifizierten Ansätzen mit einem grünen Twist bis hin zu Strategien, die das Erreichen der Pariser Klimaziele anvisieren. Heute gibt es für annähernd jede Grünschattierung das passende Indexprodukt. Ein Beitrag von Hermann Pfeifer, Leiter Amundi ETF, Indexing & Smart Beta, Deutschland, Österreich und Osteuropa

mehr ...

Berater

Bundestag beschließt Verlängerung für Anleger-Musterverfahrensgesetz

Der Bundestag hat eine verlängerte Gültigkeit des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes zum Schutz von Aktionären und Anlegern beschlossen. Das Gesetz gilt nun bis zum 31. Dezember 2023.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Fondsbranche weist BaFin-Kritik zurück

Der deutsche Fondsverband BVI weist die Kritikder BaFin an den Fondsanbietern entschieden zurück, dass die Umsetzung der neuen Liquiditätswerkzeuge (Rücknahmegrenzen, Swing Pricing, Rücknahmefristen)bei ihnen in den Hintergrund gerückt sei, je weiter die Kursturbulenzen im März zurückliegen.

mehr ...