18. Mai 2016, 18:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Private Absicherung: Alle Macht der Bruttobeitragsgarantie

Die Bruttobeitragsgarantie sieht vor, dass die Versicherten am Ende der Vertragslaufzeit zumindest die von ihnen eingezahlten nominalen Beiträge zurückerhalten, also eine Garantie von null Prozent gewährt bekommen. Immerhin, denken sich viele Sparer – doch dieser Kleinmut kann sich rächen.

Altersvorsorge: Alle Macht der Bruttobeitragsgarantie

Der Spatz in der Hand muss reichen: Viele Sparer in Deutschland legen Wert darauf, dass sie mindestens ihre eingezahlten Beiträge zurück erhalten. Da ist die Rendite nicht so wichtig.

Schon eine Garantie-Verzinsung von wenig mehr als ein Prozent ergibt aus Sicht von manchen Altersvorsorge-Experten eine Ruhe, die trügerisch ist. “Mit einem Garantieprodukt kann im aktuellen Niedrigzinsumfeld keine ausreichend hohe Rendite mehr erzielt werden”, sagt Dr. Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung und Marketing beim britischen Versicherer Standard Life in Deutschland, im Interview mit Cash.

Garantie versus Sicherheit

In vielen Fällen werde dies zur Folge haben, dass die Verbraucher ihre Vorsorgelücke auch nicht mit einer höheren staatlichen Förderung schließen könnten. “Dies kann eigentlich nicht im Sinne des Gesetzgebers sein”, meint Mischler. Er würde sich daher wünschen, dass die Politik den Bürgern bei der staatlich geförderten Altersvorsorge die gleichen Wahlmöglichkeiten biete, die sie auch in der privaten Vorsorge hätten, also auch Produkte ohne Bruttobeitragsgarantie zulässig wären. “In den vergangenen Jahren sind moderne Absicherungsmechanismen und Anlagekonzepte entwickelt worden, die unter Beweis gestellt haben, dass sie das Kapitalmarktrisiko deutlich reduzieren und gleichzeitig eine ausreichend hohe, stabile Rendite für den Kunden generieren können. Dies sind aus meiner Sicht die Lösungen der Zukunft”, betont der Standard-Life-Mann.

Doch gegenwärtig erscheint es noch sehr fraglich, dass Politiker und Verbraucher den Mut haben, ihren eng umrissenen, aber dafür behaglich eingerichteten Garantie-Kokon zu verlassen. “Der Staat garantiert, dass alle Riester-Inhaber ihr Geld ausgezahlt bekommen”, versprach Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) dann auch eilfertig, nachdem die Rufe nach einer Rückabwicklung der Riester-Rente immer lauter wurden. “Garantie” klingt in den Ohren der Sparer eben doch solider und erst recht nicht so sperrig wie “moderne Absicherungsmechanismen”.

“Bewusstsein für Chance und Risiko bei Verbrauchern bedarf einer Schärfung”

Neben Produktmanager Mischler ist auch Marktanalyst Dr. Reiner Will der Ansicht, dass das Bewusstsein für Chance und Risiko bei den Verbrauchern einer “Schärfung” bedürfe. “Es gehört zu den elementaren ökonomischen Grundsätzen, dass höhere Renditechancen auch mit höheren Risiken einhergehen et vice versa. Der Blick darauf ist aber vielen Anlegern nicht geläufig”, sagt der Geschäftsführer des Analysehauses Assekurata in Köln. Initiativen wie die Produktinformationsstelle Altersvorsorge – kurz PIA – seien zumindest “ein Schritt in die richtige Richtung”, lobt der Analyst.

Seite zwei: Volkswohl Bund und R+V setzen auf die Indexpolice

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Staatliche Rente: Was Sie noch erwarten können

Wenn Sie noch nicht in der Nähe des Rentenalters sind, haben Sie sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt, ob und wenn ja, wie Sie privat vorsorgen können. Die Botschaften der Politik unterscheiden sich maßgeblich von denen der Banken- und Versicherungsbranche. Als Laie ist es tatsächlich schwierig, darauf gute Antworten zu erhalten. Finanzexperte Maxim Bederov. nimmt sich in diesem Artikel jedoch kein Blatt vor den Mund und sagt, was tatsächlich Sache ist.

mehr ...

Immobilien

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...

Investmentfonds

Deutschland auf einem guten Weg zum “Krypto-Heaven”

Die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses nach der gestrigen Sitzung schafft Klarheit zu einigen Fragen, die seit Veröffentlichung der Referenten- und Regierungsentwürfe diskutiert worden waren. Der Finanzausschuss spricht sich für eine Streichung des viel diskutierten „Trennungsgebots“ aus, wonach das Kryptoverwahrgeschäft und andere regulierte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen nicht aus der gleichen rechtlichen Einheit heraus angeboten werden könnten.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Blitzer-Urteil: Messungen von privaten Dienstleistern sind rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass Verkehrsüberwachungen durch private Dienstleister gesetzeswidrig sind und auf einer solchen Grundlage keine Bußgeldbescheide erlassen werden dürfen (Beschluss vom 6.11.2019, Az. 2 Ss-OWi 942/19).

mehr ...