21. Dezember 2016, 13:00
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Digitale Versicherer: Es wird wenig neu erfunden

Ein Blick auf den Wettbewerb bei Google um Versicherungs-Suchbegriffe genügt, um zu erkennen: Der Kauf eines neuen Kunden kostet eine Stange Geld, der Wettbewerb ist in allen Bereichen groß. Und richtig gut funktioniert Direktvertrieb nur mit einfachen Produkten. Auf den Vermittler zu verzichten, ist daher nicht nur unter Beratungsgesichtspunkten fragwürdig.

Das Ergebnis: auch wenn viel Geld und Engagement in einzelne neue Unternehmen geflossen ist, viel Neues ist bislang nicht entstanden. Wirklich viel lässt sich auch nicht mehr neu erfinden. In einer kaum überschaubaren Zahl an Nischen tummeln sich bereits spezialisierte Versicherer. Es existiert ein ausreichendes Angebot.

Es werden “digitale Werkbänke” gebraucht

Innovation entsteht zudem nicht durch die Verwendung des Etiketts “digital”. Oder durch Nachdenken im Loft oder beim Planen im Büroturm. Innovation entsteht, wenn Produkt und Kunde aufeinandertreffen können, wenn der Weg für Testfelder und Pilotprojekte freigemacht wird. “Digitaler Versicherer” ist dafür ein schöner Arbeitstitel. Sehr viel wichtiger ist es, neue Wege gehen zu können.

Dazu werden digitale Werkbänke gebraucht. Ob als neu gegründetes Tochterunternehmen im Konzernverbund, als eigenständiges Venture oder als externe Lösung. Der Erfolg hängt von den Möglichkeiten ab, einfach und schnell testen zu können, wie Kunden reagieren. Aus diesem Zusammenspiel entstehen optimale Leistungsangebote und Vertriebsumfelder. Ein Jahr intensive Digitalisierungs-Diskussion zeigt: die Bereitschaft dazu ist vorhanden.

Tobias Haff ist COO des B2B-Insurtech-Unternehmens massUp. Davor hat er Procheck24, den B2B-Bereich des Vergleichsportals Check24, aufgebaut. Bereits seit 1997 entwickelt er Internetprojekte mit dem Fokus auf Finanzdienstleistungen. Er hat den Markt für unabhängige Ratenkreditvermittlung in Deutschland maßgeblich mitgeprägt, Produktinnovationen zur Einkommensabsicherung und Online-Vertriebstools für Finanzvermittler erfolgreich am Markt eingeführt.

Foto: Tobias Haff

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2 Kommentare

  1. Ich stimme Herrn Strassnig zu. Online ist clever , ich habe damit die Versicherungsvertreter ausgetrickst. Die verdienen jetzt nix an mir. ABER : erstens stimmt das nicht und zweitens kann jeder Vermittler z. Bsp. mit der Seite http://www.alltest.de Geld daran verdienen, wenn er sich dort als Vermittler anmeldet. Jetzt verdient der Makler genausoviel wie sonst, nur fast ohne Arbeit und möglicherweise mit reduzierter Haftung.
    Die Kolumne finde ich treffend von Herrn Haff ( alter Wein in neuen Schläuchen )

    Kommentar von Bernd Plitschuweit — 22. Dezember 2016 @ 12:21

  2. Wenn alles so einfach wäre, weshalb gibt es viele Gerichtsurteile, die ein nicht genau erklärtes Detail als Unrechtsmässig feststellen.
    Wie passt das zusammen. Hier ist der “dumme naive” Kunde der dringend vom Gesetz und den Verbraucherschützern an die Hand genommen werden muß,im Netz voll mündig und die Regeln werden extrem gelockert. Der Kunde kann ja alles lesen. Ob er das in der breiten Masse tut und den Inhalt zu 100% versteht ist wohl eher
    nur für Beamte und Verbraucherschützer logisch.
    Das selbst Profis mit gutem Fachwissen nicht immer zu 100% den “Besten” definieren können, ist bei Direktabschlüssen von Laien, alles unwichtig. Die Gefahr in der Überschätzung der eigenen Cleverness ein völlig falsches Produkt zu wählen, ist wohl extrem hoch.
    Gerade der Makler, der von allen Seiten,Mails, Fachzeitschriften, Webinaren und Messen durchaus in der Breite wirklich informiert ist und sich mit Fragen wie: zu wem passt welches Produkt, sind die Regeln des Versicherers o.k., wie ist die Qualität der aktuellen Schadensbearbeitung, hat das Unternehmen Zukunftschancen usw. Alles dies wird sehr oft auch kontrovers diskutiert und keineswegs die Aussage eines Unternehmens blind übernommen.
    Diese Vorgänge und das Resummee daraus erledigt der Laie ganz schnell mit einem Klick, weil es ja so unheimlich clever ist…….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 22. Dezember 2016 @ 08:37

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