27. Juli 2016, 10:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Geschäft mit den Risiken

Der Abschluss einer Gewerbehaftpflichtversicherung kann Unternehmen im Ernstfall vor der Insolvenz schützen, muss dafür aber auf die spezifischen Risiken des jeweiligen Betriebes zugeschnitten sein.

Gewerbehaftpflichtversicherung: Geschäft mit den Risiken

Peter Graß, GDV: “Die Berufs- und Gewerbehaftpflichtversicherung sollten sich an den konkreten Risiken orientieren.”

Unternehmen sind vielen Risiken ausgesetzt. Betriebsunterbrechungen und Cyberkriminalität sowie Sicherheitslücken zählen zu den drei größten Risiken für Betriebe weltweit. Das geht
aus der “Allianz Risk-Barometer-Studie 2016” hervor. Auch wenn zunächst die Unternehmen selbst betroffen sind, kann es sein, dass beispielsweise aus Lieferverzögerungen Schäden für Dritte entstehen, für die der Eigentümer haftbar gemacht werden kann.

Gewerbehaftpflichtversicherung keine Pflicht-Police – aber nur aus Sicht des Gesetzgebers

Besonders das Thema Cyberkriminalität, Verletzung von Datenschutzrechten und technisches Versagen ist laut den Studienergebnissen im letzten Jahr verstärkt in den Fokus gerückt. Dafür sei die Gefahr durch Naturkatastrophen von Platz zwei auf Platz vier gesunken. Dabei sollte man die Folgen nicht unterschätzen: Werden durch Explosionen oder Unwetterschäden umstehende Gebäude beschädigt oder Personen verletzt, so müssen Unternehmen auch dafür haften. Schützen können sie sich mit einer Gewerbehaftpflichtversicherung.

Der Abschluss einer solchen Police ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, kann aber besonders kleine und mittlere Gewerbe vor dem finanziellen Ruin bewahren. Der Unternehmer haftet mit seinem gesamten Vermögen für Schäden, die er selbst oder ein Mitarbeiter verursachen. Führen fehlerhafte Produkte zu Schäden beim Verbraucher, muss der Hersteller auch dafür haften. Die Gewerbehaftpflicht deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden und schützt zudem vor unberechtigten Ansprüchen Dritter.

Berechtigte Ansprüche werden von der Versicherung übernommen, während unberechtigte Forderungen abgewehrt werden. Somit bieten Versicherer zusätzlich einen passiven Rechtsschutz. Im Falle eines Rechtsstreites werden der Prozess und anfallende Kosten übernommen. Vor Abschluss einer Versicherung sollten sich Gewerbetreibende genau informieren, welche Police ihren Ansprüchen am besten genügt.

Überprüfung von Preis-Leistungs-Verhältnis und Deckungssumme allein genügt nicht

Die Überprüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der Deckungssumme allein genügt nicht, denn unterschiedliche Betriebe sind branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Das betont auch Thomas Leicht, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG: “Für einen Bauhandwerker ist es wichtig, dass die typischen Bauschäden wie beispielsweise Nachbesserungsbegleitschäden versichert sind. Für einen Einzelhändler kommt es eher darauf an, dass das Kostenrisiko hinsichtlich Aus- und Einbaukosten beim Verkauf mangelhafter Produkte versichert ist, wofür er nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus 2011 verschuldungsunabhängig haftet.”

Seite zwei: Markt spiegelt unterschiedliche Bedürfnisse wider

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Aon zu steigenden Sturmschäden: “Die wirklichen Extreme stehen uns noch bevor”

650 Millionen Euro betragen die Sturmschäden seit Monatsbeginn in Deutschland, so die Schätzung von Rückversicherer AON. 350 Millionen Euro sollen auf Verträge der Sachversicherung entfallen. 300 Millionen Euro sind voraussichtlich an Kaskoschäden in der Kfz-Versicherung auszubezahlen. Im Gespräch erläutert Jan-Oliver Thofern, CEO des Rückversicherungsmaklers bei Aon, dass sowohl das Volumen an Schäden als auch die Höhe der Zahlungen für versicherte Schäden die Branche vor eine neue Herausforderung stellen.

mehr ...

Immobilien

Digitalisierung der Baufinanzierung: Das Ende der Filialbanken?

Die Hausbank, wie wir sie kennen, ist am Straucheln. Ein regionaler Bankberater und der wöchentliche Gang zum Schalter sind Relikte der Vergangenheit. Gastbeitrag von Valentin Drießen, Hausfrage.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi’s Kommentare beeinflussen europäischen High Yield-Markt

Draghi’s Aussagen auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, stellen einen wichtigen Impuls für den europäischen High Yield-Markt dar. Wenn der EZB-Chef erklärt, dass „weitere Leitzinssenkungen und Maßnahmen zur Eindämmung von Nebenwirkungen Teil unserer Instrumente bleiben“, ist zu erwarten, dass diese der Kreditwirtschaft und insbesondere dem High Yield-Markt zugutekommen. Ein Kommentar von Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

„Das beste Lob, das man als Versicherer bekommen kann“

Daniel Bahr war von 2011 bis Dezember 2013 Bundesgesundheitsminister, gilt als „Vater des Pflege-Bahr“, ist seit 2017 Vorstand der Allianz Krankenversicherung und ein Experte beim Thema Pflege. Cash. sprach mit ihm über das unterschätzte Risiko der Pflegebedürftigkeit, die Zurückhaltung des Vertriebs sowie die Kampagne der Allianz mit Markenbotschafter Dieter Hallervorden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...