15. Dezember 2016, 09:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GGF-Pensionszusagen: BMF erlaubt höhere Rückstellungen

Weihnachtsgeschenk vom Bundesfinanzministerium (BMF): Wer als Gesellschafter-Geschäftsführer schnell handelt, kann noch für 2016 erheblich Steuern sparen.

Gastbeitrag von Markus Keller, Gesellschafter-Geschäftsführer der febs Consulting GmbH

GGF-Pensionszusagen

Markus Keller: “Bei Berechnung der Rückstellungen auf ein Alter von 65 Jahren steigen die Rückstellungen um bis zu 20 Prozent. Das bringt zusätzliche Liquidität.”

Am 9. Dezember 2016 hat das BMF ausführlich zur Frage des Rentenalters in Pensionszusagen Stellung genommen. Wie üblich sind die Ausführungen kompliziert und lassen einige Zweifelsfragen offen. Hier ein kurzer Überblick.

Bei jüngeren beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern mit einem vertraglich vereinbarten Rentenalter von 65 Jahren müssen die Rückstellungen nach den Einkommensteuerrichtlinien bisher trotzdem auf ein Alter von 67 Jahren berechnet werden. Diese Forderung gibt das BMF nun mit sofortiger Wirkung auf und erlaubt den Unternehmen auch das frühere Rentenalter von 65 Jahren heranzuziehen, wenn dies vertraglich vereinbart ist. Der künftige Bewertungsansatz muss je nach Bilanzstichtag bis Ende 2018 festgelegt werden. Ab dann kann dieser nicht mehr geändert werden.

Zusätzliche Liquidität

Unternehmen, die in diesem Jahr hohe Gewinne eingefahren haben, sollten bei der Bewertung sofort auf das vertraglich vereinbarte Rentenalter von 65 Jahren abstellen. Bei Berechnung der Rückstellungen auf ein Alter von 65 Jahren steigen die Rückstellungen um bis zu 20 Prozent. Das bringt zusätzliche Liquidität, die zum Beispiel zur Schließung von Finanzierungslücken verwendet werden kann.

Wer allerdings schnell noch das Rentenalter von 65 Jahren nutzen möchte, dem macht das BMF einen Strich durch die Rechnung. Neue Zusagen, die beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern ab dem 9. Dezember 2016 auf ein geringeres Endalter als 67 Jahren erteilt werden, führen generell zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Das wird sicherlich auch bei einer wesentlichen Änderung bestehender Zusagen anzuwenden sein.

Das generelle Mindestalter von 67 Jahren gilt für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer zukünftig auch für Unterstützungskassen. Es sei denn, der GGF kann nachweisen, dass ein geringeres Endalter fremdüblich ist. Und das dürfte in der Praxis schwerfallen.

Seite zwei: Verdeckte Gewinnausschüttung droht

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GKV: Kassen laufen Sturm gegen Spahn-Pläne

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgesehenen Änderungen bei der Organisation der Kassen stoßen auf vehementen Widerstand bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Immer höhere Darlehen

Die hohen Preise für Objekte an den deutschen Immobilienmärkten treiben auch die Darlehenssummen stetig weiter nach oben. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet über aktuelle Entwicklungen bei den Baufinanzierungen.

mehr ...

Investmentfonds

Biotechnologie: “Ungebremste Innovationskraft”

Welches sind die größten Risiken bei einer Investition in Biotechnologie und was sollten Anleger beachten? Darüber hat Cash. mit Dr. Ivo Staijen, CFA gesprochen, Manager des HBM Global Biotechnology Fund.

mehr ...

Berater

Wirecard: Softbank als neuer Partner in Fernost

Der Zahlungsabwickler kann nach Berichten über umstrittene Bilanzierungspraktiken gute Nachrichten verkünden: Der Tech-Konzern Softbank investiert 900 Millionen Euro in Wirecard. Er soll den Dax-Kozern als Partner in Fernost unterstützen.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...